rekkorder

Über uns

Alternative Rock / Nu Metal seit 2015

rekkorder
Foto: Olaf Weiss Photography

Über uns

rekkorder sind eine Hamburger Alternative-Rock/NuMetalband.

Gegründet 2015 haben sie über 150 Shows im In- und Ausland gespielt.

Die Band ist beeinflusst vom Rock der 90er und 2000er, nimmt aber immer wieder neue Einflüsse in ihre Songs auf.

In ihrem Studio in Hamburg produzieren sie ihre Musik und veröffentlichen sie über ihr Label Deaf Dog Records.

rekkorder live
Foto: Olaf Weiss Photography

Stil

rekkorder liefern eine fette Mischung aus Alternative Rock und Nu Metal – catchy, energetisch und auf den Punkt.

Mit kraftvoller, weiblicher Stimme, druckvollen Riffs und jeder Menge Groove reißen sie ihr Publikum von der ersten Sekunde an mit.

Ob Abrocken, Headbangen oder Tanzen – bei rekkorder bleibt niemand still, weder vor noch auf der Bühne.

Mitglieder

Merle Friede

Merle Friede

Gesang

Die neue Powerfrau am Mikro, die der Band einen unfassbaren Energieschub verpasst hat.

Zur Musik gekommen
Miley Cyrus
Lebensmotto
Don’t kill my vibe
Heimliche Superkraft
Kann den ganzen Tag Eis essen
Wollte schon immer
Sängerin werden
Fun Fact
Ist besessen von Musik

Foto: Olaf Weiss Photography

Bernd Bloedorn

Bernd Bloedorn

Gitarre

Gitarrist, Songschreiber, Produzent und Macher aus Leidenschaft

Zur Musik gekommen
Simon&Garfunkel, AC/DC
Lebensmotto
Machen ist wie wollen, nur krasser
Heimliche Superkraft
Nur 3 Schokobons aus einer Tüte essen
Wollte schon immer
Musik machen
Fun Fact
Sein Hund Anuk ist der heimliche Studiomanager

Foto: Olaf Weiss Photography

Piero Loli

Piero Loli

Bass

Bassist - hat neben seinem elektrischen Bass früher auch Rugby bei St. Pauli gespielt

Zur Musik gekommen
Metallica
Lebensmotto
Be optimistic
Heimliche Superkraft
Liebe
Wollte schon immer
In einem vollen Stadion spielen
Fun Fact
Man nennt ihn auch gerne Biero

Foto: Olaf Weiss Photography

Luis Ernesto Cabrera Garcia

Luis Ernesto Cabrera Garcia

Schlagzeug

Drummer - am akustischen und elektronischen Set zu finden. Liebt es, ein Teil von rekkorder zu sein.

Zur Musik gekommen
Korn und Slipknot
Lebensmotto
Wenn du neugierig bist, kennst du keine Langeweile.
Heimliche Superkraft
Wissbegier
Wollte schon immer
Bei einem Sternekoch einen Monat lang Lehrling sein.
Fun Fact
Isst auch im Winter Eis.

Foto: Olaf Weiss Photography

Geschichte

  1. 2015

    Gründung, erste Tracks

    rekkorder wurde Anfang 2015 von Bernd gegründet. Schnell gab es eine komplette Besetzung, die im Laufe der Zeit ein paar mal wechselte.

  2. 2016

    Erste Gigs und 'Breaking Silence'

    Der erste Gig erfolgte dann 2016. Es folgten weitere Auftritte und im November wurde das Debut-Album 'Breaking Silence' veröffentlicht.

  3. 2017

    Gigs in Deutschland und erste Mali-Tour

    Das erste Album wurde bei Club-Gigs, Festivals und Radiostationen gespielt. Im Juli erfolgte dann eine Tour nach Mali im Rahmen der MINUSMA Mission.

  4. 2018

    Gigs, Videos + zweite Mali-Tour

    Neben weiteren Club-Gigs und Festivals in Deutschland sowie einer weiteren Tour nach Mali wurde an neuen Songs und Musikvideos gearbeitet.

  5. 2019

    Gigs in D, Tour nach Jordanien und Afg.

    Neben Gigs im Inland Touren nach Jordanien und Afghanistan. Des Weiteren wurden Videos produziert/veröffentlicht sowie an neuen Songs gearbeitet.

  6. 2020

    2. Afg.-Tour + Arbeiten an 'One'

    Im Februar 2. Afghanistan-Tour. Ost-Europa-Tour, Clubtour mit The Crooks (aus CA), Clubgigs und Festivals: abgesagt! Dafür dann Produktion von 'One'.

  7. 2021

    Veröffentlichung Album 'One'

    2021 steht ganz im Zeichen des 2. Albums 'One': Finale Produktion mit Mischen, Mastern, Artwork sowie Videoproduktionen und finale Veröffentlichung.

  8. 2022

    Konsolidierung nach Corona und Neubesetzung

    2022 war ein Jahr des kreativen Vorbereitens sowie geprägt von der Neubesetzung an Bass und Schlagzeug

  9. 2023

    Viele Clubgigs und Open Airs

    2023 folgt nach einer erfolgreichen Festival Saison die volle Konzentration auf das neue Album

  10. 2024

    Neue Sängerin, neuer Bassist

    Die Band professionalisiert sich zunehmend und bringt ab Ende des Jahres regelmäßig Singles heraus.

Reviews

ES.MedioSingle Review

Scars

Hey what's up rekkorder, a pleasure to review your track; wow you have created a brutal sound in your instrumental;

I admire that rawness and madness that emanates your distortions. It's' an really interesting track for the rhythmic part of your drums; very nice that touch of double pedal and that touch full of mystery in your instrumental, I totally appreciate the experience!

Turn Down for AltSingle Review

On the Road

A rocking, banging bombshell that hits with everything in its path: Velvet Revolver-like guitars, Paramore-like vocals and aggressive drums. The drum fillin triplets at 2:20 is a plus along with the vocal intensity and nods to Foo Fighters.

Valeriya (Alt, Pop-rock)Single Review

On the Road

I really love your emotional, heartfelt, and strong vocal performance with an aggressive vibe. The instrumental line is heartbreaking and passionate. This composition is very impressive to me!

I Loft MusicSingle Review

On the Road

This punk rock track delivers a powerful riff reminiscent of Velvet Revolver, showcasing an intense energy and robust band dynamics. The sound is strong and engaging, with a raw edge that stands out.

angrabytejournalismKonzert Review

Konzertbericht von Christina Angrabeit

Stade. Am 1. April 2023 war es soweit. Die Hamburger Rockband Rekkorder (Nina Lucia Medina Muñoz (Vocals), Bernd Bloedorn (Gitarre), Nicolás Ascone Michelis (Bass) und Nicolas Lucker (drums)) kam in unsere Hansestadt um ihren Gig im ausverkauften Apropos Stade zu spielen. Ich betrat um 20 Uhr das Apropos. Die Vorbereitungen waren schon im vollen Gange. Im Apropos war es bereits sehr voll und auch draußen warteten weietere Gäste zum Eintritt. Als es dann kurz vor 21 Uhr los ging, waren alle hellauf begeistert und der Laden bis zum letzten Platz gefüllt. Rekkorder begannen mit dem Song ‚Daylights Fading‘. Eine gefühlvoller rockiger Track aus dem aktuellen Album ‚One‘. Eine erste Pause gab es nach dem Song ‚Labyrinth‘. Nach dem kurzen Break gab es einen zusätzlichen Eyecatcher. Sängerin Nina Lucia hatte ihre Lederjacke ausgezogen und ihre Brüste waren nur mit rosa Tapes und etwas Glitzer beklebt.

Persönlich ist die aktuelle Single ‚Sweet Control‘ mein absoluter Favorit, da die Stimm-Facetten von der temperamentvollen, kolumbianischen Sängerin Nina Lucia dort besonders gut zur Geltung kommen. Natürlich ist das in den anderen Tracks auch der Fall, aber hier fällt es explizit auf. Für mich ist es immer noch erstaunlich, wie aus so einer zierlichen Person eine so großes Stimmvolumen kommen kann. Das kann nur wahres Talent sein. Zudem sind die rockigen eingängigen Riffs das Non Plus Ultra des Songs. Auch die anderen Zuschauer, die diesen Song lieben, kamen voll auf ihre Kosten.

Gegen Ende des Konzertes ging sogar eine Zuschauern auf die Knie zu Boden, da sie sich noch weitere Lieder wünschte und darum bat. Zudem rief das ganze Publikum nach Zugaben und wurde belohnt. Denn Rekkorder spielten ‚Raindrops‘ und ein zweites Mal ‚Hello‘. Der Track ‚Hello‘ stammt aus dem Vorgängeralbum ‚Breaking Silence‘. Das Konzert endete gegen circa 22:30 Uhr und Rekkorder ließen verlauten, dass sie auf jeden Fall wieder kommen werden. Und eines ist ganz sicher, wir freuen uns darauf.

World Of Metal MagAlbum Review

Perante a imagem do rádio na capa, até podemos pensar que estamos perante uma proposta retro ou saudosista. Apesar de ser um trabalho de rock, o seu tom é bastante moderno e arrojado. Raça rock que parece faltar hoje em dia, muito graças também à atitude de Nina Lucia, a vocalista da banda. E apesar de estarmos perante uma energia contagiante, quinze temas é algo manifestamente exagerado. Por muito dinâmico que seja, e é, “One” começa a apresentar alguns traços de cansaço na sua segunda metadel. No geral é um trabalho sólido que ainda seria mais com menos três ou quatro faixas.

My RevelationsAlbum Review

Der erste Titel des zweiten REKKORDER Albums überrascht gleich am Anfang mit einer frechen Punknote und der rauen Stimme von Frontröhre Nina. Mit 17 Stücken will der Silberling die Gunst der Hörer erlangen. Die bekommen einen brachialen Einsatz von Elektrogitarren, Heavy Rock mit Punk-, Alternative- und meistens mit Modern Metal Anstrichen der sich hören lassen kann. Verstecken muss sich die Formation vor der Konkurrenz auf keinen Fall, sondern könnte eher mächtig Staub aufwirbeln und für einen Schub in der Zahl der Anhänger sorgen. Die Stimme von Nina erinnert an eine Mischung aus Julie Westlake von HYDROGYN, Ann Wilson von HEART und Jessica Wolff. Weiterhin kann sin in englisch sowie in den spanischen Textpassagen ihr Organ unter Beweis stellen. Der Heavy Rock lässt sich mit einer Mischung aus HYDROGYN, JESSICA WOLFF sowie THE PRETTY RECKLESS beschreiben, versetzt mit leichter VOLBEAT und BULLET FOR MY VALENTINE Note. Die spanischen Textzeilen harmonieren sehr gut mit dem Sound und ergeben ein im Ohr hängen bleibendes Gesamtbild, das man gerne wieder hören möchte. In den spanisch gehaltenen Strophen kommen Erinnerungen an HEROES DEL SILENCIO auf, nur eben mit rauer Frauenstimme. Die Gitarren sind Brett-hart ausgeführt, das Schlagzeug erinnert an Punkrock und macht von hinten Druck.

FAZIT

Weder Punk noch Alternative oder reiner Heavy Rock, sondern Heavy Rock mit modernem Einschlag und leichter Punknote!

AUTOR

HELMUT BALLERSTALLER

SaitenkultAlbum Review

REKKORDER sind im Alternative Rock und Metal zuhause. Obwohl alle Musiker aus Deutschland stammen, klingt die Musik zu jeder Zeit international, um nicht zu sagen us-amerikanisch.

Bernd Bloedorn hat alle Instrumente eingespielt, sofern er sich nicht von Gastmusikern wie Julia Pfänder (Double Bass), Tim Stahlschmidt (Schlagzeug), Joke Flecijn (Cello), Maline Zickow (Violine) und Tomás Figueiredo (Horn) hat unterstützen lassen.

Die Musik strotz nur so vor Kraft und Energie und zaubert auch die eine oder andere schöne Melodie hervor. Bei satten 17 Kompositionen keine Besonderheit. Das Außergewöhnliche ist allerdings der Gesang von Frontfrau Nina Lucia Medina Muñoz. Die gebürtige Kolumbianerin hat nicht nur ein wunderbares Organ, das sich auch gerne heavy-exaltiert zeigt, ohne ins Grölen zu kommen, und nutzt zudem in sehr vielen Liedern anstatt Englisch auch spanische Textzeilen. Bewundernswert.

REKKORDER – eine Formation mit Zukunft.

BreakoutAlbum Review

Nach ihrer in Eigenregie veröffentlichten Scheibe "Breaking Silence" (2016) zünden rekkorder nun ihr Zweitwerk. "One". Vom Titel darf man sich also nicht täuschen lassen, aber da die Band nun einen Plattendeal unterzeichnet hat, geht man eben mit "One" ins Labelabenteuer.

Von der Urbesetzung zwar nur noch die gebürtige Kolumbianerin Nina Lucia Medina Muñoz (Gesang) und Bernd Bloedorn (Gitarre, Bass) dabei, aber der rekkorder-Gesamtsound hat sich glücklicherweise nicht verändert.

Zusammen mit einigen Gästen liefert die Truppe ein nach wie vor siedend heißes Grbäu aus Modern Metal, alternativen Klängen und melodischen Parts. Dabei haben sich rekkorder nicht lumpen lassen, bietet die Scheibe im Klappcover satte siebzehn Tracks, wie die überzeugenden "Broken", "Dark Labyrinth", "Daylight's Fading", "Gravestone", "End It All", das in Spanisch gesungene "Solamente", "Be Alright" (teilweise auch mit spanischen Lyrics) oder die Abschlussnummer "Lass Los".

Die knackige Produktion tut ihr übriges, dass "One" sich in den Gehörgängen festsetzt. Eine megastarke Scheibe, die hoffentlich genug promoted wird.

Metal GloryAlbum Review

Der Bandname rekkorder ist absichtlich klein geschrieben (sorry, das verspiegelte k bekomme ich hier nicht hin), ansonsten wird überhaupt nichts bei den Hamburgern im Kleinen gehalten. Das neue Album enthält 17 (!) Tracks und es wurde an opulenten Clips gearbeitet, wie die ersten Single Auskopplungen schon zeigten. Natürlich traf die Pandemie auch die Modern Metal / Alternative Metal Band hart, doch hatten die Musiker in der Zeit die Möglichkeiten, im internationalen Ausland diverse Gigs in brandheißen Situationen zu spielen (wir berichteten u.a. live vor Ort aus Mali & Jordanien) und intensiv am neuen Album zu arbeiten. „One“ entstand im Lauf der letzten Jahre und bis auf Songwriter & Gitarrist Bernd und Texterin / Sängerin Nina, ist keiner der Musiker vom Debüt aufgeführt. Das soll uns nicht weiter stören, das Musikerkarussell dreht sich fast überall und letztendlich ändert das weder etwas am Bandsound noch an der Qualität. Eher im Gegenteil (würde ich behaupten), stellen die neuen Songs das ältere Material in den Schatten, womit geklärt wäre, ob sich die Band weiterentwickeln konnte.

Ja, denn es kehrte ein mächtiger Schuss Härte mit ein. Zu dem Alternative Rock / Alternative Metal Mix geselllt sich nun eine große Portion Modern Metal mit gut platzierten und durchdachten Überraschungsmomenten und Detailverliebtheiten wie zum Beispiel Streichereinsätze, aber auch Sängerin Nina arbeitete hart an ihrem Organ und begeistert mich mehr denn je mit ihrer Rockröhre die mal sehr gefühlvoll und herzlich und im nächsten Momenten explodierend wütend eskaliert.

Fazit: Es groovt, es rumpelt, es bläst mir vertonte Gefühle entgegen. Angereichert mit ausgefeilten Hooks, bietet „One“ bedeutend mehr Härte, Melodie, Moderne, Abwechslung und Spannung als das viel zu unterbewertete Debüt, welches es leider nicht aus dem Underground heraus geschafft hat. Mit dem aktuellen Album sollten sich für die Band weitere Türen öffnen, checkt rekkorder an.

Text: Thorsten Jünemann

NightShadeAlbum Review

Sein zweites Album One zu nennen macht schonmal neugierig... Liegt es daran, dass rekkorder nicht mehr zu ihrem Erstling Breaking The Silence von 2016 stehen? Mit Sicherheit nicht, denn dieser wird nach wie vor auf der Website präsentiert und hört sich - grob überflogen - echt cool an. Den Titel der neuen LP können wir also an dieser Stelle nicht klären, wohl aber, ob diese ebenfalls etwas taugt.

Zur Orientierung für alle, die - wie ich - neu im rekkorder-Kosmos eintreffen: Die Band scheint aktuell im Wesentlichen aus zwei Personen zu bestehen: Instrumentalist/Gitarrist Bernd Bloedorn und Frontfrau Nina Lucia Medina Muñoz, deren Name vermuten lässt, dass ihre Wurzeln im iberischen Raum liegen. Das ist aber nur dahingehend relevant, dass die Dame sprachlich äußerst vielseitig unterwegs ist und neben Englisch mindestens auch Spanisch und Deutsch in ihrer Lyrik verwendet.

Musikalisch kann man rekkorder grob im Bereich Alternative/Rock/Independent einordnen. Konkreter gesagt kommen schnell Assoziationen zu den Guano Apes auf, vor allem wegen der mitunter ähnlichen Stimmfarbe und Stimmgewalt, welche Nina zu Sandra Nasic aufweist.

Nimmt man sich nun konkret One zur Brust, fällt zunächst auf, dass die Scheibe gut gefüllt ist - 17 Tracks sind schon eine Hausnummer. Das bedeutet natürlich auch, dass die Gefahr von "Fillern" recht hoch ist, was sich sich aber hier in Grenzen hält: Der weit überwiegende Teil der Stücke auf One ist gut bis sehr gut und weiß auf die eine oder andere Weise zu überzeugen, oder gar zu packen. Sei es der schon fast funkige Groove von Sweet Cotrol, die spürbare Passion in Broken oder dieses Red Hot Chili Peppers meets Alanis Morissette Feeling, welches Download irgendwie in mir auslöst - das sind alles Momente, die das Album hörenswert machen.

Was mir - wie so oft - fehlt, sind die 1-2 Songs, die sich dauerhaft in mein Herz fressen. Aber das ist Meckern auf hohem Niveau, denn rekkorder klingen richtig Klasse und bewegen sich mit One auf Pfaden, die weder zu ausgelatscht, noch zu experimentell sind, sondern einfach zu ehrlicher und kreativer Rockmusik führen.

by Otti

Metal InsideAlbum Review

Die Hamburger Band REKKORDER war mir bisher noch kein Begriff, obwohl wir es hier schon mit dem Zweitwerk der Musikanten zu tun haben. Musikanten, dies trifft auf REKKORDER besser zu, da die Band nur aus Frontfrau Nina und Gitarrist Bernd besteht, welche auch alle Songs im Alleingang komponiert haben. Diverse Gastmusiker dürften die Aufnahmen von „One“ begleitet haben, aber der Beipackzettel verrät leider keine genaueren Details.

Die Musik geht gut ins Ohr und als ganz groben Vergleich würde ich die GUANO APES nennen wollen. Dies liegt nicht nur an der Musik, welche sich sehr stark auf Frontröhre Nina ausrichtet – nein, die musikalische Ausrichtung ist auch sehr gut vergleichbar. Die Songs von „One“ fokussieren sich auf einprägsame Riffs, die teilweise punkig, mal metallisch und meistens im Crossover-Bereich liegen. Genrefremde Instrumente bereichern die Scheibe ungemein und somit kommt man in den Genuss von Geigen-, Cello- oder Trompeteneinsätzen, die perfekt in die Songs integriert werden, aber nicht die Kraft der Gitarrenarbeit schmälern. Besonders die Single-Auskopplung „End It All“ hätte vor Jahren noch die Tanzflächen in den Rockdiskos gefüllt und für schwitzende Leiber gesorgt. „End It All“ ist aber auch der einzige Song, der echte Ohrwurmqualitäten vorweisen kann. Die restlichen Songs können zwar dieses Qualitätslevel nicht ganz halten, aber eignen sich trotzdem hervorragend, um eine Weile wirklich guter Musik zu lauschen. Es fehlt leider die letzte Konsequenz den Refrain so aufzubauen, dass der Hörer komplett der Musik verfällt. Das ist aber Kritik auf einem sehr hohen Niveau und wenn REKKORDER den eingeschlagenen Weg weiterverfolgen und an der Eingängigkeit der Songs arbeiten, so wird der dritte Output bestimmt ein Freudenfest. Mit dem zweiten Output haben REKKORDER eine mehr als solide Basis geschaffen und besonders mit „End It All“ werden sie viele Freunde gewinnen können. Fazit: (Fast) alles richtig gemacht und man sollte die Band (Musikanten) im Auge behalten. Gebt „One“ eine Chance und hört einfach mal rein – es lohnt sich bestimmt!

by KARSTEN GOEBEL

HardlineAlbum Review

Vor mir liegt ein sehr energiegeladenes Werk.

Alternative Rock, meist in Englisch aber auch in Deutsch vorgetragen. Und das alles gesammelt in einer Spielzeit von 58 Minuten, die sich auf siebzehn Songs verteilt.

Das Ganze veröffentlicht unter dem Namen "rekkorder"

Es geht hier von der ersten Minute an stark zur Sache. Die Songs rocken und sicher bliebt hier kein T-Shirt trocken, wenn diese Band denn mal live aufdrehen sollte.

Ab und an finden sich einzelne Breaks in den Song, wie beispielsweise in "Gasoline". Mal kurz einen Gang runter geschaltet, um dann wieder mit Vollgas und satten Gitarren weiterzumachen.

Der weibliche Gesang überzeugt und drückt der Band den Stempel auf.

Ein Song, der richtig interessant ist, ist "Daylight's Fading". Auch hier überzeugen die Vokals aber auch die Abwechslung zwischen aggressiven Gitarren und klarem Gesang. Auch dieser Song macht Spaß.

Die Band weiß aber auch, das man mit langsameren Nummern punkten kann. "The Last Walk" ist eine Nummer, die live für eine kurze Pause sorgen kann, bevor man dann wieder mit lauten "End It All" in die Vollen geht.

Wie die Band in Deutsch klingt, zeigen sie uns mit dem abschließenden "Lass Los". Ein langsameres Stück, die das Album ruhig ausklingen lässt. Für mich eine der schwächeren Nummern.

Insgesamt aber ein Album, das durchaus überzeugt.

Nicht auf die volle Distanz, da manche Songs recht ähnlich klingen.

Aber das Ding macht Spaß und darf laut gehört werden.

Ein ordentliches Album für Freunde des Alternative Rocks.

Review von Thorsten

DARK-ARTAlbum Review

rekkorder ist eine deutsche Band, bestehend aus Nina Lucia Medina Muñoz an der Stimme und Bernd Bloedorn am Rest. Naja fast, das Schlagzeug und diverse Zusatzinstrumente auf dem Album wurden von Gastmusikern eingespielt. Tim Stahlschmidt am Schlagzeug, Joke Flecijn am Cello, Maline Zickow an der Violine, Julia Pfänder am Double Bass und Tomás Figueiredo am Horn. Alles junge Musiker aus Deutschland. Aber auch die Beschreibung Stimme ist bei der Kolumbianerin Nina nicht ganz korrekt, Urgewalt passt besser. Ninas Stimme kann einen auf der einen Seite umgarnen, als auch im nächsten Moment förmlich wegpusten. Und das ganze dann auch noch abhängig vom Lied entweder auf Englisch, Deutsch oder Kolumbianisch. Oder gemischt. Man wird immer wieder positiv überrascht.

Diesmal will ich auch gar nicht so genau auf die Lieder eingehen, sondern euch dies selbst entdecken lassen. Es sei nur gesagt, bei den Liedern in denen Nina auf Kolumbianisch singt, merkt man auch eindeutig einen Kolumbianischen Einfluss, mit dem Rhythmus und dem Schlagzeug, wie auf Be Alright, meinem Lieblingslied auf der Scheibe. Wenn die Gitarren nicht so verzerrt wären, könnte man es sich prima in einem Lateinamerikanischen Restaurant vorstellen. Auf der anderen Seite hört man einen definitiven Linkin Park Touch auf End It All. Im unten verlinkten Video könnt ihr euch einen Eindruck davon machen. Mit MaryJane zeigt rekkorder, dass es nicht immer schnell und laut sein muss, sondern auch dass Gefühlvollere Momente genau so auf solch ein Album passen.

Das Album ist mit intensiver Musik gefüllt, welche einen dazu anregt mit zu wippen, zu headbangen oder mit dem Finger auf dem Lenkrad zu trommeln. Es reißt einen auf verschiedene Art und Weise einfach nur mit. Beim Hören merkt man, dass die die Musiker nur so strotzen vor Energie. Ich freue mich schon jetzt darauf, rekkorder mal live zu erleben. Die Live Aufnahmen welche man auf YouTube findet zeigen, dass die Band die Energie der beiden Alben auf jeden Fall auch auf die Bühne transportieren können. Diese Energie spürt man auch sehr gut bei Download, ein Lied wo man No Doubt Einflüsse spürt. Am ehesten hat mich das Album allerdings an Guano Apes erinnert, durchaus auch weil dort genau so eine Powerfrau singt. Wer also Guano Apes Fan ist, dürfte an dem Album seine Freude haben.

Ich denke mein Fazit kann man sich schon denken, ich möchte es trotzdem noch erwähnen, kauft das Album, streamt es, was auch immer. Es ist definitiv ein würdiger Nachfolger von Breaking Silence und führt den dort eingeschlagenen Weg fort. Ich denke von denen wird man noch viel hören und an dieser Stelle hier noch mal ein kurzes Dankeschön an cmm GmbH für den Hinweis auf die Band und dem Zuschicken des coolen Digipacks.

HardlineAlbum Review

Rekkorder – Review des “One” – Albums (VÖ: 24.09.2021)

„One“ ist das zweite Album der Hamburger Alternative-Band Rekkorder, die 2015 gegründet worden ist und bereits abenteuerliche Tourneen durch Mali, Afghanistan und Jordanien absolviert hat.

Nina Lucia Medina Muñoz (Gesang) und Bernd Bloedorn (Gitarre, Bass, Programmierung) sind die beiden Bandmitglieder, sie werden durch Gastmusiker unterstützt.

Die Songs sind alle eingängig, kompakt und geradlinig, ohne dabei simpel zu klingen. Bernd Bloedorns Gitarrenarbeit ist sehr songorientiert, seine Gitarrensoli sind wohl akzentuiert, bei einigen Songs sind dezente String-Arrangements eingebunden. Nina Lucia Medina Muñoz hat eine sehr ausdrucksstarke Stimme, sie klingt teilweise zerbrechlich, aber auch sehr kraftvoll bei anderen Passagen. Insbesondere beim spanischsprachigen Song „Solamente“ entfaltet sie ihre gesamte Persönlichkeit und Ausstrahlung, weitere Anspieltipps sind der packende Opener „One“ sowie der hochemotionale Song „Maryjane“, die anderen 14 Songs sind aber auch alle auf hohem Niveau. Das Album ist authentisch und intensiv!

My RevelationsAlbum Review

Nein, „One“ ist nicht das Debütalbum der Hamburger Band Rekkorder, auch wenn sich der Titel so anhören mag. Denn mit „Breaking Silence“ gab es ein erstes Lebenszeichen von Rekkorder schon im Jahr 2016. Doch man darf die Gruppe von einst aktuell nicht mehr vergleichen, denn aus einem Quintett ist mittlerweile ein Duo geworden. Okay, mit der aus Kolumbien stammenden Sängerin Nina Lucia Medina Muñoz sowie Gitarrist Bernd Bloedorn sind die Sound-bestimmenden Säulen wenigstens noch dabei und die anderen erklingenden Instrumente neben der Elektrischen wie ein Cello, eine Trompete sowie Bass und Drums werden halt von Gästen gespielt. Das Gründungs-Duo hat auch die Songs zusammen geschrieben. Okay, soweit die Fakten über Rekkorder und „One“. Musikalisch wird treibende, meist rifflastige Rockmusik gezockt, die ich insgesamt dem Alternativen Genre zuordnen möchte. Die Sängerin verfügt über ein kräftiges Organ, das sie facettenreich einsetzt, von zart bis hart reicht dabei das Spektrum, was genauso für die Musik gilt. Ich sprach eben von Instrumenten wie dem Cello oder der Trompete, auch eine Geige ist mal zu hören. Allerdings dienen diese Klänge nur punktuell eher als schmückendes Beiwerk, tonangebend sind ganz klar die elektrischen Gitarren, die den fetten Sound gerne mal in Richtung Metal oder Hardrock schieben. Ab und zu singt die Frontdame auch mal in Spanisch, wie bei „Be Allright“ oder „Solamente“, zum Abschluss bei „Lass Los“ sogar in Deutsch. So kann ich mir das Album gut am Stück anhören und werde mit den 17 Liedern durchaus gut unterhalten, auch wenn mir persönlich zwei, drei Songs mit richtigem Ohrwurm-Charakter fehlen. Einen Extra-Punkt sind mir das liebevolle Cover-Artwork, das hübsche Booklet mit allen Texten sowie das schmucke Digi-Pack, in dem die CD steckt aber noch wert.

RockInSpaín (Spain)Album Review

Rekkorder la banda alemana y colombiana, nos ofrece un disco de rock descarado, una bocanada de aire fresco que es toda una joya. Un disco extenso con 17 canciones, cada una de ellas con percepciones diferentes y pegadizas. Un álbum que se escucha tan fácilmente y te hace disfrutar de cada uno de sus cortes. A pesar de lo extenso del mismo, os aseguro que no sobra un solo tema.

Las canciones van directas a tu cerebro, ofreciendo con ello pasajes muy animados y diversos que son quizás la clave del éxito del mismo y como no, las sorpresas no se quedan allí, la banda además, gracias a su vocalista de origen colombiana que le añade secciones en español, creando con ellos unas texturas únicas a su estilo, quedando muy originales allí donde las añade como por ejemplo; «Mary Jane», «Be Alright» o «Solamente» por citar algunas.

El álbum empieza con un sencillo espectacular como lo es «One», de esos temas que se te pegan como la miel, gracias a una base y estribillos fascinantes. Riffs contagiosos en un corte que inicia con fuerza y hace que enganches de una con su original propuesta. El tema posee una base constante desde donde se desarrolla su vertiginoso sonido. Un tema rebelde donde los haya.

«Mary Jane» es el corte en donde te das cuenta que también cantan en español y te quedas sorprendido, detalles como este te dejan alucinando de entrada, pero conforme avanza la canción y más adelante podrás escuchar que en otros se repite lo mismo, y que han conseguido un balance perfecto en la dinámica de utilizar dos idiomas, simplemente muy interesante este instrumento que han utilizado en el disco. El tema en concreto es una especie de semi balada que inicia lento, pero que va incrementando en fuerza conforme avanza, con el detalle especial de utilizar un estribillo en español, que ha quedado brillante.

Otro tema que me cautivo fue «Be Alright», un corte con un aire de misterio, y una base muy definida que se te clava a la primera, sin duda otra de las joyas del disco. La sección en español, le aporta una emoción adicional. Un álbum impresionante de rock, con temas y texturas asombrosas que te invita a escucharlo una y otra vez. La delicada pero también rebelde voz de Nina y su destreza en cantar tanto en inglés como en español, le aportan un brillo único y a la postre primordial en el contexto total del disco.

English

Rekkorder, the German and Colombian band, offers us a cheeky rock album, a breath of fresh air that is a real gem. A long album with 17 songs, each one with different and catchy perceptions. An album that is so easily listened to and makes you enjoy each of its tracks. Despite its length, I assure you that there is not a single topic left over.

The songs go directly to your brain, offering with it very animated and diverse passages that are perhaps the key to its success and of course, the surprises do not stop there, the band also, thanks to its Colombian-born vocalist who adds sections in Spanish, creating with them unique textures to his style, being very original where he adds them, for example; «Mary Jane», «Be Alright» or «Only» to name a few.

The album begins with a spectacular single such as «One», one of those songs that stick like honey, thanks to a fascinating base and chorus. Contagious riffs in a cut that starts off strong and makes you hook up with his original proposal. The theme has a constant base from which its dizzying sound develops. A rebellious theme where they exist.

«Mary Jane» is the song where you realize that they also sing in Spanish and you are surprised, details like this leave you hallucinating from the start, but as the song progresses and later you will hear that the same thing is repeated in others, and who have achieved a perfect balance in the dynamics of using two languages, just very interesting this instrument that they have used on the album. The specific theme is a kind of semi-ballad that starts slowly, but increases in strength as it progresses, with the special detail of using a chorus in Spanish, which has been brilliant.

Another song that captivated me was «Be Alright», a cut with an air of mystery, and a very defined base that hits you right away, undoubtedly another of the jewels of the album. The Spanish section gives you an added thrill. An impressive rock album, with amazing themes and textures that invites you to listen to it again and again. Nina’s delicate but also rebellious voice and her ability to sing in both English and Spanish, give her a unique and ultimately primordial glow in the overall context of the album.

Deutsch

Rekkorder, die deutsche und kolumbianische Band, bietet uns ein freches Rockalbum, ein Hauch frischer Luft, der ein Juwel ist. Ein langes Album mit 17 Songs, jeder mit unterschiedlichen und eingängigen Wahrnehmungen. Ein Album, das so leicht zu hören ist und Sie jeden seiner Tracks genießen lässt. Trotz seiner Länge versichere ich Ihnen, dass kein einziges Thema übrig bleibt.

Die Songs gehen direkt ins Gehirn und bieten sehr animierte und abwechslungsreiche Passagen, die vielleicht der Schlüssel zum Erfolg sind, und natürlich hören die Überraschungen hier nicht auf, auch die Band dank ihres in Kolumbien geborenen Sängers, der Abschnitte hinzufügt Spanisch, mit ihnen einzigartige Texturen für seinen Stil zu schaffen, sehr originell zu sein, wo er sie zum Beispiel hinzufügt; «Mary Jane», «Be Alright» oder «Only» um nur einige zu nennen.

Das Album beginnt mit einer spektakulären Single wie «One», einem dieser Songs, die einem dank einer faszinierenden Basis und Refrains wie Honig haften bleiben. Ansteckende Riffs in einem Schnitt, der stark beginnt und einen an seinen ursprünglichen Vorschlag anschließen lässt. Das Thema hat eine konstante Basis, aus der sich sein schwindelerregender Klang entwickelt. Ein rebellisches Thema, wo sie existieren.

«Mary Jane» ist das Lied, bei dem man merkt, dass auch auf Spanisch gesungen wird und man überrascht ist, Details wie diese lassen einen von Anfang an halluzinieren, aber im Laufe des Liedes und später werden Sie hören, dass dasselbe in anderen wiederholt wird. und die eine perfekte Balance in der Dynamik der Verwendung zweier Sprachen erreicht haben, einfach sehr interessant dieses Instrument, das sie auf dem Album verwendet haben. Das spezifische Thema ist eine Art Halbballade, die langsam beginnt, aber im weiteren Verlauf an Stärke gewinnt, mit dem besonderen Detail, einen Chor auf Spanisch zu verwenden, der brillant war.

Ein weiterer Song, der mich gefesselt hat, war «Be Alright», ein Schnitt mit einem Hauch von Mysterium und einer sehr definierten Basis, die einen sofort trifft, zweifellos ein weiteres Juwel des Albums. Der spanische Abschnitt bietet Ihnen einen zusätzlichen Nervenkitzel. Ein beeindruckendes Rockalbum mit erstaunlichen Themen und Texturen, das dazu einlädt, es immer wieder zu hören. Ninas zarte, aber auch rebellische Stimme und ihre Fähigkeit, sowohl auf Englisch als auch auf Spanisch zu singen, verleihen ihr im Gesamtkontext des Albums einen einzigartigen und letztlich ursprünglichen Glanz.

Mariskal Rock, Madrid-España (Spain)Album Review

El dúo alemán no le hace ascos a ningún género aunque la mayor parte de sus nuevos diecisiete temas transitan por el metal industrial y la dicotomía del chillido versus la melodía. Su cantante Nina Lucia Medina Muñoz a primera vista parece tímida pero cuando coge el micro no hay nadie que le pueda. La voz cantante y el compositor multinstrumentista que hay detrás del proyecto recae en Bernd Bloedorn. Han tocado en la mayoría de guerras en las que han estado involucrados el ejército alemán. Son unos héroes cotidianos que merecen su oportunidad internacional. Su próximo disco, ‘One’, saldrá el viernes 24 de septiembre via Deaf Dog Records.

Text: Juan Destroyer

Time For MetalAlbum Review

rekkorder – One

Südamerikanisches Flair im Hamburger Alternative-Gewand

...

Rekkorder aus Hamburg sind sicher eine der Bands, die von den Auftrittsverboten während des Lockdowns hart getroffen wurden. Denn während die vor sechs Jahren gegründeten Alternative Rocker sich mit Studioveröffentlichungen eher Zeit lassen, wird sich live sozusagen „der Arsch abgetourt“. Die Liste der Liveauftritte der letzten Jahre ist ebenso lang wie die der leider abgesagten Konzerte. Dabei machte das Quartett sogar in Afghanistan halt, was aufgrund der aktuellen Lage mehr denn je unmöglich erscheint. 2016 erschien das Debütalbum Breaking Silence. Neben den fetten Riffs von Gitarrist Bernd ist und bleibt das Aushängeschild der Band Sängerin Nina. Die Kolumbianerin mit der ausdrucksstarken Stimme hört sich an, als wenn Shakira und Sandra Nasić (Guano Apes) eine wilde Party gefeiert hätten. Beide fungieren nach einigen Besetzungswechseln als Duo und sind aktuell auf der Suche nach Livemusikern, um das neue Material zu präsentieren. Für die Aufnahmen von One sicherte man sich die Dienste einiger Top-Gastmusiker.

Das neue Album One befasst sich laut Frontfrau Nina mit dem Umgang von täglichen Herausforderungen, um durch bahnbrechende Momente daran zu wachsen. Mix und Mastering der Platte nahm die Band in die eigene Hand, im Studio von Gitarrist Bernd. 17 neue Songs erwarten den Hörer im 90er Alternative-Gewand mit einer Prise südamerikanischem Flair.

Mit dem Titeltrack geht’s auch direkt nach vorne. Angetrieben vom Bass rockt One ohne Kompromisse. Die Songs bewegen sich zwar im zeitlichen Rahmen des Radioformats, würden von den Mainstream-Sendern aber vermutlich als „zu böse“ eingestuft. Der Song steigert seine Intensität zum Ende hin noch mal – ballert! Sweet Control legt mit elektronischen Klängen und dicken 90s-Crossover-Riffs nach. Nina kann ihre variable Stimme noch besser ausspielen. Scheinbar mühelos wechselt sie zwischen Pop, Rock und Growls. Zwischendurch werden vereinzelt verzerrte Gesangsparts eingestreut, die das elektronische Gerüst des Songs stützen.

Die Nummer MaryJane fährt die Instrumente zugunsten des düsteren Suchtszenarios zurück. Das ganze Herzblut der Kolumbianerin steckt in jedem einzelnen Wort: Sie leidet wahlweise auf Englisch oder Spanisch und bringt mit verzweifelter Hingabe Gewicht in die Texte. Die Neunziger-Ikonen Skunk Anansie kommen mir bei diesem emotionalen Titel in den Sinn. Die Lyrics bleiben weiter im Abgrund der Seele. Gravestone thematisiert Depressionen und Suizid. Er liefert mit seinen groovenden Riffs wieder einen bekannten Ansatz im Rekkorder-Sound. Nina bringt vor allem im Refrain wieder ihren ganzen Schmerz zum Ausdruck. Passend zum Inhalt gibt es ein verstörendes Video auf dem YouTube-Kanal der Band zu sehen.

Beim fetten Groove von Gasoline sehe ich einen „Walk in“ eines Wrestlers vor meinem geistigen Auge. Ein „Bösewicht“ natürlich mit Pyros und Nebel. Abwechslung kommt durch dezent eingesetzte Streicher zustande, was durchaus ansprechend umgesetzt wurde. Bis auf den fast schon gerappten Part fällt mir an Be Alright zu wenig auf, um sich im Gedächtnis festzusetzen.

Wieder gibt es Sprechgesang zu Beginn von Daylight’s Fading. Dazu kommt der versetzte Rhythmus von Drummer Tim Stahlschmidt gut zur Geltung. Mit den elektronischen Beats kommen die dicken Riffs, das ist im Verlaufe der knappen Stunde Spielzeit ein wiederkehrendes Thema. Schade, dass das aggressive Broken nach zweieinhalb Minuten schon wieder zu Ende ist. Mein Kopf war noch nicht ausgeschüttelt.

Wie eingangs schon erwähnt, machten Rekkorder auf ihrer Tour auch im Nahen Osten Station. Diese wurde dazu genutzt, um das Video zur zweiten Single End It All in Mazār-i Šarīf, Afghanistan zu drehen. Der Titel beschreibt meine Gedanken zur aktuellen Situation dort ganz gut. Die gesampelten Drums und das Introriff sind schon mehr als eine tiefe Verbeugung vor Linkin Parks One Step Closer. Ähnlich wie beim großen Vorbild kann man zu End It All gut abgehen. Laut-leise Dynamik for the win.

Toll, wenn das nächste Stück Download auf meiner Festplatte als download.mp3 abgelegt ist. Wie der Titel bleibt auch die Musik zunächst etwas blass. Einzig die auf Deutsch gesungene Passage und der Bass, der gekonnt durchs Unterholz rumpelt, heben den Song dann doch wieder aus dem Mittelmaß. Mehr Liebe für Bassisten! Was Süßes geht immer, denken sich Rekkorder und schieben Sugar nach. Immer wenn das Fundament des Songs groovt und Nina voll aus sich herausgeht, finde ich die Hamburger am liebenswertesten. Da zucken die Schultern im Rhythmus, da kreist die morsche Hüfte und die Luftgitarre wird ausgepackt.

Das nächste Lied kommt mir spanisch vor. Zu Recht, denn Solamente ist komplett in der Muttersprache der Sängerin intoniert und bildet damit die Ausnahme auf One. Vor allem der Refrain ist mit einer ordentlichen Portion Pop-Appeal gespickt. Soundgarden lassen aus dem Dark Labyrinth grüßen und Nina kontert mit Rap. The Last Walk ist eher wieder der dunklen Seite der Macht zuzuordnen. Ein Element, welches mir sehr gefällt. Die Fraktion der Streicher ist wieder dabei und das Horn Helm Hammerhands äh Tomás Figueiredos erklingt. Melancholisch tröpfeln auch die Raindrops in den Staub. Streicher im Sound bringen es – mark my words!

Dumb Misery ist Poprock in Reinkultur. Eigentlich radiotauglich, aber den meisten Sendern wohl doch zu „unbequem“. Es wird Zeit, loszulassen: Lass Los schließt das zweite Kapitel der Alternative Rocker von Rekkorder. Komplett auf Deutsch schmachtet Nina Lucia Medina Muñoz (klingt irgendwie spannender als Petra Müller) ins Mikro. Wird seine Fans haben, ist mir aber zu kitschig. Als Rausschmeißer hätte ich mir dann doch eher einen Arschtritt gewünscht.

Fazit

Die noch junge Bandgeschichte von Rekkorder spiegelt sich nicht im Sound des neuen Albums One wider. Hier sind Profis am Werk, die vor allem durch zahlreiche Liveshows ihr Handwerk gefestigt haben. Sängerin Nina ist das Herz dieser Gruppe und bringt durch ihren Stimmumfang sowohl Abwechslung als auch Wiedererkennungswert in den von 90er-Jahre-Alternative/Indie geprägten Stil der Band. Den einen oder anderen Titel hätte ich wohl vom Album gestrichen. Dennoch bleibt genug Material zum gepflegten Absteppen übrig. Notiz für später: Live anschauen.

Anspieltipps: MaryJane, Gravestone und Gasoline

Text: Florian W.

Göttinger TageblattKonzertvorschau

...

rekkorder

Klangvoll ist nicht nur der Name der temperamentvollen Frontfrau von rekkorder aus Hamburg. "Die Stimme ist der Hammer", sagt Ulrike Ronge. Und weil die Band, deren gitarrengetriebener Alternative-Rock den Teppich für die kolumbianische Sängerin ausrollt, im Vorjahr bei "Rock unterm Hünstollen" so gut angekommen ist, steht sie dort auch in diesem Jahr wieder auf der Bühne.

Nach dem Debüt-Album "Beaking Silence" strickt die Band, die im vergangenen Jahr auch in Timbuktu in Mali Konzerte für die UN-Friedenstruppen gegeben hat, zurzeit an einem neuen Album.

...

Text: Kuno Mahnkopf

Break OutArtikel

Kein Ferienlager in Mali

Die deutsche Gruppe rekkorder war vor einigen Wochen zu Gast im westafrikanischen Staat Mali, um für die dort stationierten UN-Friendenstruppen live zu spielen. Die bereits schon fü 2017 vorgesehenen Gigs mussten durch einen tragischen Hubschrauberabsturz kurzfristig abgesagt werden und wurden nun mit zwei Shows nachgeholt. rekkorder-Mitglied Bernd Bloedorn erzählt über diese unvergessliche Reise:

Waren die Konzerte nur für Angehörige der Friedensmission?

Das Camp Castor beherbergt das größte Auslandskontingent der Bundeswehr (zwischen 700 und 1.000 Mann). Des Weiteren sind in dem Camp niederländische und kanadische Einheiten stationiert - alle im Rahmen der UN-Friedensmission MINUSMA. Hinzu kommen noch Angestellte einiger Firmen, die dort im Camp tätig sind. Das war unser Publikum.

Wie sind die Reaktionen auf die Auftritte ausgefallen?

Diese waren wirklich überwältigend - von allen Seiten, sowohl von Deutschen, Niederländern als auch Kanadiern. Vom einfachen Dienstgrad bis zum Oberbefehlshaber im Camp gab es dermaßen viel Lob, dass wir richtig gerührt waren. Des Weiteren hatte unsere Sängerin das Publikum von Anfang an voll im Griff - es war irgendwie Liebe auf den ersten Blick.

Wie fällt Euer Resümee aus?

Wir waren ob der Reaktionen der Soldaten wirklich gerührt. Dazu kamen noch der Support und die Art, wie wir in den Camps aufgenommen wurden. Wir hatten durchweg den Eindruck, dass man sich von allen Seiten sehr viel Mühe gab. Man muss bedenken, dass so ein Militär-Camp kein Ferienlager ist. Die Unterkünfte waren gut und das Essen ebenfalls klasse. Und insbesondere in Gao hatten wir in Robin einen Betreuungsoffizier zur Seite, der sich wirklich enorm für unsere Belange einsetzte und uns half, wo er nur konnte. Die Nieerländer stellten uns mit einem Tieflader-Anhänger und Containern eine provisorische, aber wirklich abgefahrerne, coole Bühne zur Verfügung, und bei den Konzerten konnten insbesondere zu Beginn die Niederländer und Kanadier zeigen, dass sie auch ohne Alkolhol (in den Camps herrscht striktes Alkohol-Verbot) die Kuh zum Fliegen bringen konnten, was dann letztendlich auch nach kurzer Zeit die Deutschen zum Mitfeiern brachte.

Das Rahmenprogramm war auch großartig: Ausflug in Bamako mit Fahrt über den Niger. Im Camp Castor im Norden konnten wir die dort stationierten Heron-Drohnen besichtigen, die dort in klimatisierten Hangars geparkt sind, wenn sie nicht in der Luft sind. Die Kanadier hätten uns noch gerne ihre Hubschrauber gezeigt. Das Angebot mussten wir leide ausschlagen, da wir mit dem Aufbau für den Gig enorm viel zu tun hatten. Des Weiteren hatten wir sehr viele interessante Gespräche mit Soldaten und bekamen einen Einblick in eine Welt, die einem normalerweise verschlossen bleibt.

Habt ihr Anmerkungen zum Klima und andere Nettigkeiten?

Es ist extrem heiß! Wenn man aus dem Flieger steigt, fühlt es sich insbesondere oben in Gao an, als ob einem jemand mit der Bratpfanne gegen die Stirn haut - schon im Schatten muckelige 38 - 40 Grad - in der Sonne dann ensprechend mehr. Auf der Landebahn sollen schon bis zu 70 Grad gemessen worden sein. Beim zweiten Gig, der ja ein Open Air war, hatten wir mit enorm viel Insekten zu tun, die sich von den Scheinwerfern angezogen fühlten. Sie saßen einem beim Spielen auf den Armen, im Gesicht oder auch einfach mal auf dem Griffbrett der Gitarren - wahrscheinlich, um sich einfach mal ein paar neue Akkorder abzuschauen. In Bamako war das Treiben auf den Straßen bemerkenswert: Das Alter der dort fahrenden Autos (gefühlt hatten die meisten einen 7-stelligen Kilometerstand) und es war erstaunlich, was man alles auf einem Moped transportieren kann, zum Beispiel ein Sofa oder eine ganze Familie.

Text: Marco Marin

Metal GloryKonzert Review

rekkorder Goes Mali / 3.9.-9.9.2018 oder: the hottest tour in my life

Montag früh, 3. September 2018, war es endlich soweit:

Ich durfte die Band rekkorder auf ihren Trip nach Mali begleiten. Theoretisch 3 Konzerte in 2 UN Camps, zu denen die Bundeswehr einlud. 2017 sollte das bereits geschehen, doch ein tragisch-tödlicher Unfall vor Ort, machte Feiern unmöglich, und so saß die Band dort ihre Zeit einfach nur ab. Umso größer die Freude, dass bis zum Abreisetag nichts passiert ist.

Schade nur, dass Air France etwas dagegen hatte, und den Flieger einfach mal abgesagt hat. Nach sehr langem Hin und Her, fand dann endlich die Umbuchung statt. So durfte ich leider erst 24 Stunden später zur Band stoßen. rekkorder selbst, konnten indes bewacht, die Hauptstadt Bamako (in gepanzerten Fahrzeugen / mit kugelsicherer Weste) begutachten, während ich es mir inzwischen, im UN Transit Camp Midgard gemütlich gemacht habe. Hier sollte ja eigentlich Dienstag Abend, das 1. Konzert stattfinden…sollte?

Ja, denn das Equipment wurde direkt ins 2. Camp geliefert. Also musste am Abend, ein kleines friedliches Gitarrenbattle mit holländischen Soldaten reichen.

Mittwoch früh hieß es dann: Abflug mit einer kl. Propellermaschine (für die Nerds: Typ Beech Craft), ins 1200 Km entfernte Gao im Norden Malis. Dort wächst derzeit das größte UN Camp in Mali – Camp Castor. Etwa 900 Soldaten und Beschäftigte der Bundeswehr, arbeiten Hand in Hand mit knapp 300 Kameraden und Kollegen aus u.a. Holland, Belgien, Schweiz, Kanada, u.v.m.

Die Reise nach Mali, war nicht nur aus musikalischer Sicht spannend. Als wir (auch im gepanzerten Spezialfahrzeug) vom Flughafen kommend im Camp Castor eintrafen, lernten wir Oberstabsfeldfewebel Morris („…ohne Philip…“) kennen. Sehr freundlich und geduldig, beantwortete er (fast) alle Fragen, bevor wir sie stellen konnten, und zeigte uns die Chalets für die nächsten Tage. So heißen die zu Zimmern, bzw. Stuben, umgebauten Container. Das Haus, in dem sich unsere Chalets befanden, wurde Treurenburg getauft (holländisches Städtchen). Danach lud uns Morris zu einer kleinen Camprunde ein, damit wir mal einen kleinen Blick auf das bekommen, was hier hier eigentlich getan wird. Er erklärte uns die Aufgaben, die Fahrzeuge, die wir hier zu Gesicht bekommen, die Gerätschaften, die Camp-Infrastruktur (unglaublich beeindruckend, was hier in der Wüste, in der Sahara, geschaffen wurde), und vieles mehr. Um es mal kurz mit eigenen Worten zu erklären:

Der Krieg in Mali ist seit einigen Jahren vorbei! Und Krieg führen ist anders! Hier wird hauptsächlich überwacht, und das ist auch gut so. Dass das in einem von Bürgerkrieg gebeutelten Land nicht immer nur friedlich von statten geht, ist selbstredend. Doch um Infrastrukturen zu schaffen wie Schulen bauen, Polizei ausbilden, Krankenhäuser bauen, u.s.w., benötigt man umfassenden Frieden. Leider gibt es immer wieder Querköpfe, die das anders sehen…und so wird alles noch überwacht und ich denke, Mali wird noch eine Zeit lang, Hilfe benötigen…

Bei etwa 40-45°C (in der Sonne auch gern viel mehr), liefen wir eine sog. kleine Runde und entdeckten auch den Container, in dem das Band-Equipment untergebracht war. Und lernten ganz nebenbei, wie wichtig Wasser ist, denn selbst spazieren gehen, ist extrem schweißtreibend. So war auch jeder, immer mit einer Flasche ausgestattet.

Wir ließen aber den Mittwoch recht ruhig ausklingen, lernten noch unseren direkten Ansprechpartner Oberfeldwebel Robin kennen, der am Abend noch ein Meeting mit der Camp-eigenen Band arrangierte. Die 4 Herren nennen sich DIE CASTORS und spielten für uns spontan ein kleines 3-Song-Konzert in ihrem, ähh…Probecontainer! Wir kamen mit den sehr freundlichen und versierten Hobbymusikern ins Gespräch und hörten von den Problemen, die man hier in der Wüste als Musiker hat. Sei es die Instrumentenbeschaffung, die Halbwertzeit von Saiten bei den Klimaverhältnissen, welcher Kollege nicht mitproben kann, weil er grad im Einsatz ist…oder seine Zeit im Camp einfach abgelaufen ist.

Grundsätzlich möchte ich auch erwähnen, dass uns die Mitarbeiter und die Streitkräfte in den Camps, superfreundlich behandelt haben. Nicht ein einziges Mal Großmäuligkeit, Überlegenheitstum oder arrogantes Gehabe, und was es sonst noch alles gibt. Zugänglich, gesprächsfreudig, zu jeder Zeit hilfsbereit…Musik verbindet!

Robin zeigte uns noch die Castor Bar, in der rekkorder am Donnerstag spielen sollen. Auf dem Platz vor der Castor Bar, sollte dann Freitag der große Gig steigen. Total abgefahren auf einem Trailer (recht flachliegender LKW-Anhänger) der holländischen Freunde, der noch angekarrt wird. Doch es zeigten sich noch 1-2 Probleme, was das Filmen und Fotografieren betrifft, welches natürlich in einem UN Camp ohne Sondergenehmigungen (logisch) verboten ist (auch die Verschärfung der Datenschutzgesetze spielt dabei eine wesentliche Rolle). Auch zum Thema Bekleidung war noch nicht wirklich das letzte Wort gesprochen, denn für die Soldaten besteht grundsätzliches Verbot für Shorts im Dienst. Im „Speisesaal“ sowieso,…und wir hatten alle irgendwie nur 1 lange Hose dabei.

In Mali wird es derzeit sehr früh, zwischen 18 Uhr und 18.30 Uhr (und sehr schnell) dunkel, so dass wir alle gegen 21.30 Uhr den Weg ins Bett fanden.

Recht gut ausgeruht, kamen wir am Donnerstag nach dem Frühstück, schnell zum Tagesgeschäft. Robin organisierte für uns einen Termin im Drohnen-Hangar. Wir konnten ziemlich exklusiv die aktuelle HERON Drohne „begutachten“ (ja, sogar anfassen!) und dem freundlichen Herrn von Airbus (Wartung) Löcher dazu in den Bauch Fragen, die er uns auch (fast) alle beantworten konnte. Wir waren alle erstaunt, wie groß so ein Gerät tatsächlich ist und was es alles kann! Zur Info: hier sind nur waffenfreie Drohnen unterwegs! Aber um die Sicherheit gewährleisten zu können, rund um die Uhr. Kameras & Elektronik – made in germany!

Doch wir kamen nicht drumherum, und das Material, musste ja aus dem Container, in die Bar geschafft werden. Auch hier half die Bundeswehr wieder mit allem, was zur Verfügung stand. Zwischendurch lernten wir einen 10–minütigen Regen a la Mali kennen. All das hierher geflogene Material, muss erstmal zur Bühne werden. So wurde 5,5 Stunden lang gebaut, geschoben, getragen, gehoben, gebastelt und verkabelt. Nun sind wir alle auch Veranstaltungstechniker! Noch einen schnellen Soundcheck, Kameraaufbau und knapp 30 Minuten, bis es offiziell beginnen sollte. Fix essen, umziehen und um 18.45 Uhr war es dann endlich soweit!

Der Großteil der Zuschauer waren Kanadier, die nicht nur Höflichkeitsapplaus spendierten, sondern auch einen sehr zufriedenen Eindruck machten, als rekkorder Mali dann endlich zeigen konnte, wie moderner Rock zu klingen hat. Es waren nicht viele Soldaten aus Deutschland anwesend, doch die in der Castor Bar an dem Abend waren, zeigten sich auch sehr zufrieden, mit dem musikalischen Gewitter auf der Bühne.

Eigentlich ein kleines Wunder, denn wer schon mal bei den Temperaturen mehr als sein Körpergewicht rumschleppen musste, weiß, was die Herren aus Hamburg geleistet haben. Die Temperaturen sind mehr als gewöhnungsbedürftig und wir schüttelten alle nur den Kopf, als wir die Männer bei der Hitze laufen sahen.

Respekt, nach wahrscheinlich max. 5 Minuten wäre ich wohl desertiert. Letztendlich haben sich Nina, Bernd, Nic, Antonio und Nils nicht weniger verausgabt, als die Sportler hier… Das Wasser lief in Strömen doch rekkorder zeigten trotz aller Strapazen alle Spiellust, um diesen Warm-Up Gig so fett (und laut!) wie möglich zu gestalten. Die knappen 40 Minuten vergingen wie im Flug und die Dame konnte mit ihren 4 Bandkollegen, selbstredend von sich überzeugen. Pech für diejenigen, die die Bar ziemlich pünktlich zum Gig verließen…

Die anwesenden 60-70 Nasen fanden es geil, haben geklatscht und wollten mehr! Es wurden noch diverse Gespräche mit Soldaten aus aller Herren Länder geführt, und natürlich entstanden dabei auch Gespräche, die über die Musik hinaus führten. Aber der Warm-Up war aus meiner Sicht gelungen. rekkorder haben hier eine sehr gute Visitenkarte hinterlassen. Komplett nassgeschwitzt (natürlich funktioniert derzeit keine Klima-Anlage in der Bar), zog es uns alle zum 2-Minuten-Wässern unter die Duschen.

Da es doch tatsächlich mal regnete, die harte rote afrikanische Erde nicht viel Wasser aufnahm, und das Camp schnell wie die Seenplatte in Mecklenburg Vorpommern aussah, hofften alle auf einen trockenen Freitag, denn der Hauptgig Open-Air stand bevor, und dafür hat sich die Bundeswehr etwas ganz besonderes ausgedacht…

An dieser Stelle angemerkt: festes Schuhwerk ist auch in Afrika, manchmal Gold wert!

Freitag:

Nach einer weiteren guten Portion Nachtschlaf und einem ausgiebigen Frühstück, ging es weiter im Terminplan. Zuerst stand ein kleines Interview und Viedeoaufnahmen mit unserem „Unterhaltungsmanager“ Robin an, der uns wirklich viel ermöglicht hat. Mit dem Beauftragten für Datenschutz, etc., wurde man sich auch einig. An dieser Stelle nochmal einen dicken Dank für den Einsatz, denn nun hatte ich das offizielle „Ja“, um die Band auch auf dem Platz vor der Castor Bar, auf diesem Trailer, zu filmen und zu fotografieren. Die Bundeswehr stellte 2×2 Container neben dem Trailer, bzw. hinter die Bühne, und schon gab es überhaupt keine Probleme mehr. Kein Teil des Lagers musste mitgefilmt werden und die Frage, wie man das Banner der Band befestigt, wurde damit auch automatisch beantwortet (sieht man mal von der Kletterei ab, die uns aber erspart geblieben ist). Doch wichtiger war in dem Fall der Datenschutz. Keinen Soldaten fotografieren ohne schriftl. Erlaubnis und schon gar nicht irgendwelche Teile vom Gelände, Fahrzeuge, etc., fotografieren. Es war nicht leicht, die betreffenden Offiziellen mit Engelszungen davon zu überzeugen, dass ich wirklich nur die Band auf der Bühne filmen und fotografieren möchte. Klar wäre es interessant gewesen, vor ´nem Panzer o.ä. zu posieren, aber das war nie der Plan und dafür gibt es letztendlich ja auch Museen. Man muss diesen UN Auftrag nicht wg. solchen Blödsinn riskieren, denn hier herrscht immer noch die höchste Sicherheitsstufe.

Das große Bangen um die Wetterprognose dauerte bis 12.30h! Sollte es nur einen Funken Deutung geben, dass es regnet, würden wir wieder in der Bar spielen. Bleibt es trocken, wird es der erste Gig für rekkorder unter freiem Himmel in West-Afrika.

Total abgefahren auf einem Trailer des holländischen Kontingents, mit BBQ und (fast) allem drum und dran! Fast? Ja, denn auch zu solchen Feierlichkeiten, gibt es nichts anderes als alkoholfreie Getränke, doch Dank der kanadischen Freunde, und den mit dem rekkorder infizierten Virus angesteckten deutschen Soldaten seit gestern Abend, sind wir guter Dinge gewesen, was das Publikum betrifft.

Während die Band in der Wüste Malis, in der prallen Sonne, tonnenschweres Equipment durch die Gegend schleppen und aufbauen musste (wieder waren zig Helfer der Bundeswehr parat um mit anzupacken), zeigte mir Morris einen anderen Teil des Camps, damit ich auch mal ein bisschen was vom Land sehen kann. Und es sah aus, wie man es sich vorstellt und auch aus zig Dokus kennt: Platanen, Wüste und ein paar Lehmbauten, mitten in der Sahara, in Mali. Auch hier gab es leider wieder keine Fotos, was mir ja auch von vornherein bewusst und klar war. Trotzdem sind es im Kopf gespeicherte Bilder, die ich hoffentlich nie vergessen werde, denn wer weiß, ob ich in meinem Leben je noch mal dazu komme, ein Konzert in der Wüste aufzubauen und zu erleben!

Egal, ist mehr Platz auf sämtlichen Speicherkarten, für das abendliche Geschehen. Inzwischen gab es auch viele Zusagen anderer Soldaten, und durch die Lautstärke der Band am Vorabend, wurden immer mehr Menschen im Camp neugierig auf das, was sie hörten. Robin sagte, dass es heute wohl knackig voll wird. Der Platz vor der Castor Bar wurde mit Stehtischen ausgerichtet, damit die vielen Damen und Herren auch schön nah vor die Bühne kommen (was sie auch alle glücklicherweise getan haben). Das Set war nach knapp 5 Stunden aufgebaut und die Lampen positioniert. In der Dunkelheit wird es garantiert noch Nacharbeiten geben, damit die Bühne so einigermaßen vernünftig für die Hamburger Modern Rock Show ausgeleuchtet wird (was natürlich nicht so gekommen ist, aber irgendwie doch gereicht hat).

Der Abend rückte immer näher und die Sonne drehte ihre Runde zur guten Nacht! Zur lauten Nacht. Heute wird es garantiert keine gefährlichen Krabbeltiere geben, nur die übliche Überzahl an Mücken und anderen Fluginsekten, die hier meist bedeutend größer sind, als das Viehzeug daheim. Um 19.15 Uhr wurde dem Kontingent, welches Mali verlassen darf, gedankt und die neuen Kameraden / Kameradinnen begrüßt. Kurz nach 19.30Uhr ging es dann endlich los…

Es waren bestimmt keine 1200 Soldaten und Soldatinnen vor Ort, doch der Platz war voll und ich schätze, dass etwa 480-500 Nasen hören und sehen wollten, was da gleich auf der Bühne passiert. Die gefühlten 9 Milliarden Mücken und beißenden Käfer rund ums Licht, hatten leichte Beute, und wir boten ein feines Festfressen für die nächsten, mindestens 12 Wochen. Doch das tat der Spiellaune der Band und der Feierlaune keinen Abbruch.

Es ging los mit „Save What´s Left“ und die Meute wollte mehr! Das gab es: „Hello“, „Leave“ und „Locked“ folgten, garniert mit Ninas Begrüßung und vielen kleinen Ansagen zwischendurch. Ich weiß nicht, was sie gestochen hat, doch sie wollte unbedingt vor den Soldaten Liegestützen machen, und wie man es auch kennt, wurde natürlich immer nur „eins“, „eins“, „eins“, gezählt, anstatt fortlaufend. Die Herren und die Damen im Publikum hatten ihren hellen Spaß daran, auch endlich mal wieder etwas mehr Faxen machen zu können, als der doch meist triste Lageralltag hergibt. ICH hätte bei dem Klima nicht eine einzige Liegestütze gemacht, aber das ist wieder ein anderes Thema! Die Band spielte bei superben Sound weiter und genoss wohl mehr die wenigen Sekunden Pause. Die Songs „October“ & „Sound Of Light“ folgten und ließen selbst die letzten Zweifler unter den Zuschauern endlich etwas aus sich herausgehen und feiern. Große Extrafreude kam auf, als die Sängerin ihr Top auszog und sie sich bei dem Wetter, mehr oder weniger wie am Strand präsentierte (NEIN, nicht das FKK Camp). Hier und da lief doch etwas Sabber aus dem Mundwinkel der männlichen Zuschauer in den ersten Reihen, doch zum Glück hat die kleine Kolumbianerin bedeutend mehr drauf, als mit Soldaten zu flirten, was aber an dem Abend besonders gut ankam und die Leute dann doch bis direkt vor die Bühne lockte! An der Stelle war bereits glasklar: rekkorder haben Mali friedlich und laut erobert! Ob männlich oder weiblich, alle feierten die Band aus Deutschland im Rahmen des Möglichen. „Zu den Songs „Upside Down“, „New Day“, Nephilim“ & „Heat“, gab es nochmal gratis Proteine für alle durch verschluckte Insekten. Auf Grund einiger fehlender Informationen, wurden zwar alle von den Käfern und Mücken regelrecht aufgefressen, aber ich denke, das war es wert. Die Band spielte tight und sicher, und konnte mit eigenen Songs alle überzeugen. Besser, als es manch pure Coverband tut… Doch leider hat alles mal Ende. „Public Enemy“ & „The Right Way“ beschlossen den regulären Gig. Es folgte die Zugabe (und zukünftiger Album Track) „Daylight´s Fading“ und es wird höchste Eisenbahn, dass sich die Band an ihr 2. Album ran macht, denn der musikalische Ausblick in Form des neuen vorgestellten Songs, lässt Großes ahnen! Die Laune war vor und auf der Bühne, durchgehend sehr gut und als kleines Gute Nacht Schmankerl, gab es noch „Back In Black“ von AC/DC, auch vorgetragen von der kleinen Frau mit der großen Stimme, die zu jeder Zeit das Publikum fest im Griff hatte.

Natürlich haben auch die anderen Musiker einen großartigen Job abgeliefert (obwohl auch sie von Mücken und Käfern zerfressen wurden); Bassist Antonio springt wie ein Derwisch über die Bühne und erinnerte ein wenig an die großen durchgeknallten Bassisten dieser Welt; eine leichte Mischung aus R. Trujillo (Metallica, Suicidal Tendencies) und Flea (RHCP). Drummer Nick spielt äußerst leidenschaftlich seinen ganz eigenen Groove, der natürlich wie Faust auf Auge zum allgemeinen Bandsound passt, bzw. mit Antonio eine harte, aber groovende Basis zu dem Modern Rock Sound bildet.Wenn Gitarrist Bernd in die Saiten greift, wirkt er etwas, wie aus einer anderen Welt. Er ist derzeit der Übergang von „Spaß und Krach“ zu „konzentrierten Ruhepol“, ohne dabei das Publikum zu vergessen, um auch mit der Audience gemeinsam feiern zu können. Wirklicher Ruhepol ist Sologitarrist Nils, der ruhig und besonnen, aber mit nicht weniger Spaß, wunderschön soliert. Leider ist dieser Gig in Mali sein letzter mit rekkorder, die danach zu viert weitermachen. Aber welcher Musiker kennt das nicht? Manchmal muss man halt Prioritäten setzen, wenn sich Freundin / Frau, Freizeit oder Job nicht mehr wirklich mit Band vereinen lassen. Ich wünsche Ihm weiterhin alles Gute auf seinem Weg und ich habe großen Respekt, dass er die Reise nach Mali auf sich genommen hat, um die Bandkollegen zu unterstützen.

Zum Glück hat die Bundeswehr ein knappes Dutzend Männer bereitgestellt, um diese supergeile Bühne auf dem Trailer wieder abzubauen und in die Cases zu verstauen, bzw. die Cases und die Boxen in die Bar zurückzuschleppen, damit am nächsten Tag alles Rückflug-bereit, parat steht. Danach ging es nur noch unter die Duschen, denn satt waren alle durch das nebenbei verschluckte Insektengetier.

Es hagelte von allen Seiten Lob und vor allem Dank, damit geht man gern schlafen.

Samstag, letzter Tag in Mali:

Am nächsten Morgen, hieß es dann Wunden lecken und von noch mehr Seiten Dank einheimsen! Danke für die Musik, für die Show, für´s „Rumkommen“, usw. Das geht selbst mir als begleitender Harry Hirsch sehr nah, das ist rührend und ergreifend. Wir gingen zum Frühstück, besprachen die heutigen Termine (Abreise, u.s.w.) und fingen an, unser (schweißklammes und auch müffelndes) Klamottengerümpel zu verstauen.

Nach dem wirklich herzlichen Abschied aus Gao, flogen wir wieder ins Camp Midgard in Bamako zurück, bis gegen 23 Uhr unser Flieger in Richtung Europa zurück, abhob.

Impressionen:

Es ist schon beeindruckend, was die UN hier auf die Beine gestellt hat. Super Essen, geordnete Infrastruktur im Lager, Frisör, PX Shop, Tante Emma Laden, Feldpost, sehr gemütliche Bar…ich würde es gehobenes Festivalniveau nennen. Nur 2 Minuten Duschzeit sind hart… Vom Land Mali, haben wir leider nicht so viel mitbekommen. Der Frieden steht hier noch auf ziemlich wackligen Beinen, bis 2015 herrschte hier erbitterter Krieg zwischen…gegen wen eigentlich? Zig versch. ethnische Gruppierungen betrieben Territoriums- und Machtkämpfe, irgendwie jeder gegen jeden. Auch die Armut und Vermüllung sind ein nicht klein-zusprechendes Thema (während wir am dekadenten Präsidenten-eigenen Flughafen-Terminal vorbeifahren…). Hätte ich aus dem Flugzeug nicht auch die schönen Seiten sehen können, hätte ich behauptet, wir wären hier auf ´ner großen Mülldeponie, wo jeder seinen Müll anzünden darf, egal was / egal wo! Gerne auch direkt neben Dieseltanks… Neben und mitten den Maisfeldern wurde Müll wirklich JEDER ART verbrannt…Plastik, Autoreifen, uvm. Dann gibt es immer noch Menschen, die mit irgendwas an den Füßen, durch den giftigen Dreck nach nicht verbrannten Edelmetallen wie Kupfer (Kabel, PC Zubehör) und Batterien suchen, die nicht im Feuer explodierten. Auf diesem kontaminierten Boden, legen die Malinesen (oder Maliser?) dann ihre Felder an. Dass das nicht gesund ist, ist denen erstmal egal. Doch mit Hilfe der vereinten Nationen, wird das Land langsam nach und nach befriedet. Natürlich gefällt das nicht allen Völkergruppen, weshalb die UN leider auch nicht immer waffenlos zusehen kann. Doch ich würde behaupten, es geht voran, wenn man die TV Bilder aus den Kriegsjahren im Hinterkopf hat. Was uns dabei noch durch den Kopf ging: die Menschen haben hier eine ungefähre Lebenserwartung von etwa 50 Jahren. Und doch sind wir auch der Meinung, dass viele Menschen hier einfach nur glücklich sind! Im Vergleich zu Deutschland und seinen Einwohnern, wahrscheinlich noch viel glücklicher! Was sind hier die Alltagsprobleme und was macht sich der Mittel-Europäer zum Problem? Wehe, wenn die Kaffeemaschine nicht läuft…oder mal kein warmes Wasser aus dem Hahn an der Wand läuft…+ diverse andere Luxusprobleme. Es interessiert hier niemanden, worauf der Mais wächst, oder ob die Flammen jetzt doch zu nah gegen die parkenden Tanklaster schlagen,…das macht sie doch glücklicher, oder?

Unsere Stuben / Chalets sind nicht viel größer als Zellen gewesen. Gut runtergekühlt (auf 25°C), durch zig Klimageräte in allen Größen. Diese umgebauten Container wurden von außen nochmal geschützt, dadurch hat keins dieser Chalets ein Fenster. 2-4 Betten, Strom (kein WLan), für jeden einen Schrank, muss reichen. Und eigentlich reicht das auch, für ein paar Tage…doch ich kann mir die psychischen Belastungen sehr gut vorstellen, hier vllt. 4-6 Monate untergebracht zu sein. Die Entfernung zu den Lieben daheim, das Klima, das Unerwartete, wenn es auf Wachfahrten geht, überall diese erzhaltig-schmeckende rote Erde Afrikas, deren Staub einen wohl noch Wochen nach Rückkehr verfolgen wird,…ich bin froh, das alles mal persönlich kennengelernt zu haben. Doch soviel Zeit für Langeweile gibt es letztendlich auch nicht, denn die uniformierten Damen und Herren aus aller Herren Länder, haben natürlich alle einen Job, der erledigt werden muss. So gibt es halt wirklich viel Entertainment jeder Art, um alle bei Laune halten zu können, damit sich kein Lagerkoller breit macht.

Es ist schon ein bisschen schade, dass wir nicht wenigstens auf ´nen Turm konnten, um mal wenigstens einen umfassenderen Blick nach draußen werfen zu können, denn wir sind nicht weit entfernt vom Niger (aber entfernt genug, um ihn nicht vom Lager aus zu erkennen). Auch die Flora und Fauna hält einige unbekannte Überraschungen parat: bunte Pflanzen, faustgroße Heuschrecken die auch wunderschöne Farben haben (einen nicht wirklich angreifen, aber sie können mit ihren stacheligen Beinchen einem hübsch die Haut in Streifen reißen), Käfer die man besser wegschnippst anstatt platt zu schlagen (sie sondern dann eine Säure ab, die für starke Verbrennungen, gar Verätzungen sorgen kann), Kamelspinnen die den Schatten mögen (und einen dabei gern im Schatten verfolgen), sowie Eidechsen, von deren Größe manch Hobbyzüchter träumt. Lustige und friedliche Gesellen. Wenn sie Menschen zu nah kommen (oder umgekehrt), plustern sie sich auf, gucken regelrecht blöd aus der Wäsche, und ziehen ratzfatz weiter. Achja, die erwähnten Kamelspinnen werden auch gern mal 15-20 cm groß und sind nicht „nett“, wenn man es drauf anlegt. Viele kleine und große, extrem bunte Vögel haben Stellung auf den Dächern der Chalet-Containerhäusern bezogen und wenn sich ein Hubschrauber o.ä. nähert, verdunkelt sich mal kurzfristig der Himmel. Einfach nur wunderschön anzusehen, was Afrikas Natur zu bieten hat, und das ist ja hier nur ein kleiner Bruchteil. In Bamako zogen nachts gern „Flughunde“ ihre Runden über´s Lager, die der Familie der Fledermäuse angehören – nur 2-3 Nummern größer.

Auch die Gespräche mit einzelnen Soldaten und Mitarbeitern aus dem zivilen Bereich (Küche, Wartung einzelner Geräte wie Drohnen, Kühlanlagen) waren interessant und aufschlussreich, wenn es um die Arbeit, das Leben hier und ihren Gefühlen ging, wenn wir von daheim und den Familien sprachen. Doch sind sie alle gern bei der Bundeswehr, und das aus den verschiedensten Gründen. Für mich eines der Top 3 Abenteuer in meinem Leben. Für die Soldaten lediglich ein Job, der auch recht gut vergütet wird. Dazu noch 2 megageile Konzerte einer Band, die ich bis davor, noch nicht live sah, und dann Premiere, knapp 5000 Km von daheim entfernt.

Aber es wird natürlich eine Liste mit Verbesserungsvorschläge bei der Bookingagentur eingereicht. Nur kurze Klamotten kann man einpacken, wenn man in den Urlaub an den Strand fährt. Beim Militär gibt es nur bei der Marine Shorts, hier herrscht Shorts-Verbot! Zum einen aus hygienischen Gründen, zum anderen für den eigenen Schutz. Auch festes Schuhwerk ist besser, als Sneakers…und so kommt einiges zusammen, was uns zwar hier nicht wirklich Probleme mit dem Veranstalter bereitete, aber einem selbst bedeutend weiterhilft.

Auch empfehle ich zukünftig, ein anderes Insektenschutzspray für den Körper (bei Interesse an den Schreiber wenden).

Fazit:

Es war sooo geil und dieses Abenteuer landet wie versprochen unter meinen persönlichen Top 3! Wer hat schon mal die Gelegenheit, ganz woanders, vor einem sehr dankbaren Publikum, unter doch recht widrigen Umständen (Sicherheitsstufe, Wüste), zu spielen? Genau, nicht viel! Und ich bin sehr froh, ein Teil dieser Mini-Tour gewesen zu sein. Es war teilweise sehr hart, denn in der Sonne zeigte das Thermometer auch gern mal 65 – 70° C an und wirklich viel Schatten, bietet so ein Wüstencamp nicht. Bei dem klimatischen Verhältnissen eine Bühne zu errichten, das Equipment aufzubauen (Musiker wissen was Bass- und Marshall Boxen wiegen) und wenig später noch zu spielen, ist ein Heidenprogramm, wofür man körperlich recht fit sein sollte. Aber rekkorder sind ja noch jung…

Ich wünsche viel Spaß in der Bildergalerie und habt ein Auge & Ohr auf rekkorder, da kommt noch viel mehr…

Galerie: https://www.metalglory.com/gallery/rekkorder-mali-3-9-9-9-2018-camps-bamako-gao/

Ich bedanke mich bei der Band rekkorder, bei Rock´n´Roll Consulting, bei der Bundeswehr, bei der UN, bei Morris & Robin und natürlich bei allen Beteiligten, die diesen Trip möglich machten, unterstützten und zu einem unvergesslichen Erlebnis machten, welches mir bei mentaler Aufarbeitung, immer noch vor Rührung über die Freude und Dankbarkeit, Tränen in die Augen treibt.

Das Titelbild / Beitragsbild stammt von Totti Jünemann und wurde vom Bundeswehrangehörigen Robin Hunsicker für einen Imagefilm, der kurz vor dem großen Konzert lief, modifiziert. Wir bedanken uns für die Kopie!

Bandstimmen zum Trip:

Hallo rekkorder, schön, Euch alle hier zusammenzuhaben. Erzählt doch mal selbst, wie das Abenteuer hier begann. Gab es nicht anfangs auch Bedenken, was hattet Ihr für Vorstellungen, als man Euch Mali vorschlug, um vor Soldaten aus aller Welt zu spielen, in einem Camp, mitten in der Sahara?

Nic: Für mich war der Punkt, dass man sich halt nichts drunter vorstellen konnte…es war wie ein Raum in dem man dachte: Ok, wir fahren nach Afrika, wir sollen da spielen…sonst googelt man sich die Locations in denen man spielt, doch hier gab es halt mal keine Infos wie sonst. Man fragt sich natürlich, was das für eine Bühne sein wird, wo werden wir spielen, und so weiter. Aber genau diese Ungewissheit, hat das alles auch wieder so richtig spannend gemacht.

Gab es keine kritischen Stimmen oder wenigstens bedenkliche Gedanken von irgendeiner Seite?

Bernd: Natürlich gab es anfangs solche Stimmen, aber weniger in der Band sondern eher von außen, durch Familien und Freunde / Freundinnen. „Mali…muss es unbedingt dieses unsichere Land sein, usw.“… „Müsst ihr denn dort Musik machen, könnt ihr das auch nicht in Deutschland irgendwo“…und nachdem wir dann allen klarmachen konnten, dass dies hier kein Himmelfahrtskommando ist, kehrte da langsam Ruhe ein.

Ich schwöre, meine Mutter hat keine Ruhe, bis sie von mir, aus Deutschland den ersehnten Anruf hört: I´m back, hahaha…

Bernd: Wenn das zu irgendeiner Zeit ein Problem gegeben hätte, wäre alles auch noch in letzter Minute abgeblasen worden. Mit schlechter PR kann weder die Bundeswehr noch die UN irgendwas anfangen! Wenn es jetzt hier, in Gao, zu dem Zeitpunkt problematisch geworden wäre, hätte man uns auch nicht hergeflogen. Von daher war uns klar, dass das jetzt nicht ganz so gefährlich sein wird für uns.

Nun seid ihr hier, beide Gigs liegen hinter euch, Gao liegt so gut wie hinter euch…was sind eure Eindrücke, was habt ihr „aufgesaugt“, was nehmt ihr für euch mit, von den Gigs, von den Menschen, von der Umgebung…?

Nina: Ohh…so viel. Es gab ´ne Menge Inspiration für´s komponieren und texten…

Du schreibst jetzt nur noch Anti-Kriegslieder?

Nina: Als wir am Flughafen in Bamako, zum Abholen in die beiden gepanzerten Autos gesetzt wurden und wir durch die Hauptstadt Malis zum 1. Camp fuhren, wurde mir der krasse Unterschied zwischen Afrika und Europa besonders bewusst.

Nils: Ich war äußerst positiv überrascht, wie herzlich man hier von den Leuten aufgenommen wird. Es wurde sich um alles gekümmert, wir wurden wirklich sehr gut betreut. Die Situation hier vor Ort, haben wir wirklich nur in kleinen Ansätzen mitbekommen. Ich hatte zuvor keine konkreten Vorstellungen doch natürlich gibt es da die Gedanken an Krieg, Terror, usw. Die Situation hier im Land ist immer und überall erkennbar und es wird auch zukünftig nicht leicht, hier so etwas wie Normalität reinzubringen, wobei das Tagesgeschehen in Bamako ein anderes ist, als in der Wüste…

Antonio: Es gibt Bilder aus dem Fernsehen, die man von Afrika kennt, und wenn ich hier auf die Straßen schaue, ist das schon eine ganz andere Welt. Die vielen Soldaten hier, sind für mich in dem Sinne nichts besonderes, aber es ist hier wirklich eine andere Welt. Die Menschen hier im Camp behandeln uns wirklich sehr gut, es ist immer jemand nur für uns, in greifbarer Nähe.

Nina: Der positive, schöne Ausgleich für die Augen zu der Armut in den Straßen, war der Anblick, der vielen Soldaten hier, hahaha…

Lasst uns über die Gigs sprechen. Der erste Gig im Camp Midgard in Bamako fiel aus logistischen Gründen ins Wasser…bzw. In den rotbraunen Staub. Der zweite Gig, ging dann in Gao, im Camp Castor, in der Castor Bar über die Bühne. Wie habt ihr euch gefühlt, was ging euch durch den Kopf, wie verlief er aus eurer Sicht? Ihr musstet soweit alles für den Auftritt selbst stundenlang zusammenbasteln und dann kurz danach spielen…vor etwa 65-70 Leuten. Wie waren eure Eindrücke?

Bernd: Natürlich haben wir uns das nicht ganz so vorgestellt…die große Hitze schafft einen wirklich. Erstmal musste all das Zeug vom etwas entfernten Container in die Bar geschafft werden. Dann haben wir das Equipment gecheckt und nach und nach, alles aufgebaut. Auch hier nochmal: dicken Dank an die Bundeswehr, die uns wirklich immer half, wo sie konnte. So konnten die Cases mit mehreren Pritschenfahrten zur Bar geschafft werden. Alles reintragen, auspacken, aufbauen,…und nicht nur unsere Backline, sondern wirklich alles, inkl. Licht. Im Grunde genommen, haben wir den Job von 2 Firmen gemacht, hahaha Und nun sind wir alle Bühnenbauer und Lichttechniker, hahaha… Wenn wir auf Festivals o.ä. spielen, ist ja die komplette Infrastruktur vorhanden, die benötigt wird, um Musik zu machen. Hier mussten wir alles selbst schaffen. Kurz vorm Gig dachten wir uns dann: eigentlich könnten wir uns jetzt auch hinlegen, hahaha… Aber wir haben gewohnt alles gegeben, denn als Musiker will man immer, so gut es geht performen, und haben das auch ganz gut hinbekommen. Übrigens, durch das absolute, und auch berechtigte (!!!) Alkoholverbot hier, kommen Deutsche auch nur schwer in Gang, was das Feiern betrifft. Das ist bei Holländern und Kanadiern anders: die feiern auch spontan und können dabei die Menschen mitreißen. Zum Glück waren an dem 1. Abend viele Kanadier in der Bar, hahaha… Es hat ´nen Moment gedauert, bis die Leute wirklich warm wurden, doch mit jedem weiteren Song, rückten die Leute näher vor die Bühne, wurden es mehr und letztendlich haben wir die Soldaten und Soldatinnen von uns auch überzeugen können. Es wurde nicht auf den Tischen getanzt und bei dem Wetter will auch keiner wirklich pogen, tanzen oder sonst was. Aber Applaus und Zugabenrufe waren uns zahlreich sicher und die Resonanz danach, war schon mal überwältigend. Es war der deutlich schwerere Gig für uns, doch wir wussten danach: wir sind in Mali angekommen.

Antonio: Diesmal habe ich wirklich gemerkt, wieviel Potenzial wir haben, denn zu draußen, Open Air, sind da wirklich große Unterschiede. Es klingt anders und mir persönlich gefällt draußen einfach besser. Drinnen klingt viel zu klein für uns, hahaha…

Nina: Für mich hatte jeder Gig seine ganz eigenen Noten.

Ok, dann sagt doch einfach mal was zu dem gestrigen Gig, auf ´nem Trailer vor der Bar, vor etwa 450-500 Soldaten und Soldatinnen.

(alle zusammen durcheinander): es war geil, es war super, großartig,fett geil, super Bühne, das Publikum war klasse und hat klasse mitgemacht,…

Nils: Ich habe es noch nie erlebt, dass wenn man sagt: kommt mal weiter nach vorn, die Leute das auch wirklich sofort tun.Und plötzlich standen alle direkt vor uns, hahaha…

Bernd: Das waren die Holländer, das muss man ja mal dazu sagen, hahaha…die sind sehr feierwütig und wenn das so abgeht, ist das natürlich auch positives Feedback an die Band. Dementsprechend haben wir auch aufgedreht. Supergeil, wie die Zuschauer auf Nina reagiert haben, das war wirklich toll.

Antonio: Die Holländer haben sich von Nina´s Performance mitreißen lassen und zogen auch die Deutschen mit.

Bernd: Die Kanadier waren auch gut dabei.

Nils: Auch das Set war echt spektakulär. Von so´nem Truck runterspielen, das haben wir davor auch noch nicht gemacht. Die Container mussten extra für das Backdrop angekarrt werden…das war schon alles echt spannend.

Nic: Aber auch aus Sicherheitsgründen. Wir haben ja fleißig gefilmt und damit auch vernünftig gefilmt und fotografiert werden kann, baute man diese Containerwand hin. Nur nichts vom Camp filmen, hieß die Abmachung. Daran spiegelt sich sich auch so ein bisschen die hohe Sicherheitsstufe. Nichts militärisches sollte auf Kameras gelangen. Das widerum hat diese Geschichte so exklusiv gemacht. Wir waren also in einer Art Top Secret Area quasi, um hier zu spielen…dazu passend mit dem militärischen Gerät, passt auch irgendwie zur Mucke, hahaha… Es war mega-gewaltig, einfach stark.

Nina, Dir haben die Leute ja von Beginn an, regelrecht aus der Hand gefressen.

Nina: Wie bitte???

Die Zuschauer waren vom 1. Moment an, sehr auf dich fokussiert.

Nina: Ach so…

Gehst Du immer mit diesen Elan auf die Bühne und weißt Du schon von vornherein, was Du gibst?

Nina: Es ist immer eine Frage der Stimmung. Ich versuche immer auf die Leute einzugehen, um Energien auszutauschen. Trotz Moskitos und keinem Alkohol, hahaha… Es war wirklich schwierig, weil wir wirklich Bock hatten, einen Super-Gig zu spielen. Doch die Moskitos und Käfer waren auch die ganze Zeit da und wurden immer mehr und gefressen haben wir dabei auch ein paar, hahaha…

Nils: Das mit den Moskitos war eindeutig ´ne Extremsituation, so was habe ich auch noch nie gesehen. Aber mal zur Aufklärung: das waren keine Moskitos sondern zig Millionen Käfer aller Größen, Heuschrecken,…

Nina: Und wir haben die echt gegessen…aber ich liebe das Spielen vor Publikum, ich liebe Publikum! Und deswegen hat es mich dabei weniger gestört, als danach!

Bernd: Es waren Tausende…und wir waren natürlich vollkommen falsch angezogen, hahaha…Aber die Mühen haben sich ALLE gelohnt.

Wenn man euch jetzt nochmal zu so einer Aktion einladen würde, gäbe es eine sofortige Zusage oder eher ein „Nein“ oder gar „nie wieder“?

(alle zusammen, durcheinander): Immer, sofort, sofort, immer wieder, gern,…

Nils: Bei mir ist das doch etwas anders, ich würde das jetzt nicht mehr mitmachen. Einfach, weil es wirklich sehr anstrengend ist. Ich möchte diese Erfahrung jetzt auf keinen Fall missen, das war wirklich super. Aber: ich habe diese Erfahrung jetzt gemacht!

Antonio: Es war auch wirklich anstrengend, für Körper und Gehirn schon extrem.

Bernd: Also wenn wir das nochmal angeboten bekommen, würden wir zusagen, aber versuchen, einiges davor organisatorisch besser zu regeln. Vllt. doch 1-2 erfahrene Aufbauhelfer mitnehmen, denn diese Aktionen und kurz danach spielen, ist schon ´ne harte Nuss. Man liefert auch eine bessere Performance, wenn man sich auf das konzentrieren kann, worauf man als Musiker auch Wert legt, um frei aufspielen zu können. Ein kleines bisschen mehr Entspannung vor den Gigs, hätte an der Stelle einfach allen geholfen.

Nina: Ja, dann vermeidet man auch mehr Verspieler, hahaha…

Ihr seid jetzt hier in Mali, in einem UN Camp mit höchster Sicherheitsstufe. Gibt es Länder, die ihr doch ablehnen würdet?

Antonio: Deutschland, hahaha…(großes Gelächter)

Nic: Ich denke, Afghanistan ist doch ´ne andere Nummer. Man hört auch viel von den Soldaten hier…es scheint wohl dort noch etwas kritischer zu sein. Aber es juckt nun natürlich in den Fingern, durch den Besuch hier. Man war zu jeder Zeit um unsere absolute Sicherheit bemüht. Gepanzerte Fahrzeuge, Schutzwesten, Shock Proofed Container-Fahrzeuge holten uns hier in Gao direkt vom Rollfeld ab,…da fühlt man sich wirklich sehr sicher. Wir wurden als Schutzbefohlene eingestuft, und genau so wurden wir auch behandelt. Man überließ da nichts dem Zufall oder irgendeinem Risiko. Und deshalb könnte ich mir auch gut vorstellen, doch in Afghanistan zu spielen. Das muss man aber aber dann sehen, wenn es soweit ist… ansonsten weiß ich gar nicht, wo es noch Bedrohungslagen dieser Art gibt…

Bernd: Im Baltikum gibt es wohl noch Möglichkeiten, im Kosovo, Zypern,…muss man mal gucken. Es ist ja auch immer eine Frage der Politik, wo die Bundeswehr denn nun eingesetzt wird. Und wir müssen ja nicht nur für die Bundeswehr spielen. Jetzt haben uns auch die Holländer, Belgier und Kanadier gesehen…ich hätte auch kein Problem damit, vor anderen Truppen zu spielen. Aber mal generell gesagt, finden wir es toll, im Ausland zu spielen. Ob nun vor Militärangehörigen oder vor zivilem Publikum. Ich kann mir dabei viele Sachen vorstellen. Ich könnte mir sehr gut vorstellen, mal im Heimatland von Nina zu spielen. In Kolumbien gibt es auch tolle Rockbands, gibt es tolle Festivals und vor allem auch tolle Fans. Grundsätzlich gibt es ja in Süd-Amerika viele Rock- und Metalfans. Brasilien…ich glaube, man könne schon eine Tour nur im Großraum Sao Paolo machen, Clubs gibt es dort unendlich viele.

Antonio: Genau, wir spielen nur noch dort, wo wir leicht sterben können, hahaha…Mali, Brasilien,…hahaha…Afghanistan, dann Iran / Irak…gefällt mir, hahaha

Auf den Punkt gebracht: es hat euch hier echt Spaß gemacht?

Alle zusammen): Ja, mega, war echt geil hier.

Wie geht es mit euch als Band in naher Zukunft weiter, neues Album, Konzerte?

Bernd: Erstmal wollen wir diesen Mali Trip PR-mäßig etwas ausschlachten, endlich mal aktuelle Videos fertig machen. Wir haben auch schon mit Songs für das neue Album angefangen doch auch unabhängig von der Mali Geschichte, müssen wir in Sachen Videoclip mal endlich Gas geben, präsenter werden. Damit Leute, die uns noch nicht live gesehen haben, wissen, was sie bekommen. Man kann uns zwar von CD hören und geil finden, aber man sieht nicht, wie wir unsere Musik live ausleben…wie wir performen, wie wir abgehen.

Ich danke euch, es war eine sehr coole Zeit mit euch hier!

Text: Thorsten "Totti" Jünemann

Metal GloryInterview

Interview: rekkorder in Mali - Veranstaltungen geselliger Art oder the hottest tour on earth

rekkorder ist eine Rockband aus Hamburg, die sich leidenschaftlich dem Alternative Rock / Metal hingibt, der mit genug Hard Rock / Crossover sowie lupenreinem Metal durchzogen ist, doch niemals die eingängige Melodie verliert. Bandgründung wird mit 2015 datiert, 2016 erschien das einfach geniale Album „Breaking Silence“ und die Hanseaten fegten bis dato erfolgreich über viele Bühnen der Republik. Natürlich gab es auch hier einige Drehungen auf dem Bandkarussell, doch die aktuelle Besetzung ist inzwischen sehr tight eingespielt, bastelt an neuen Songs und wird demnächst in Mali einige Konzerte geben. Richtig gelesen, Mali. West-Afrika. Unter dem Motto REKKORDER GOES MALI 2018, wird die Band einige Camps der UN Friedensmission besuchen und die Soldaten & Helfer auf „Veranstaltungen geselliger Art“ (Soldatendeutsch) bestens unterhalten. Im letzten Jahr lief bereits so eine Aktion, die Band war auch schon vor Ort, doch die Gigs mussten kurzfristig durch den Tod von 2 Piloten bei einem Hubschrauberabsturz gecancelt werden. Dieses Jahr wird alles gut und noch besser, und die logistische Hau-ruck-Aktion nimmt ihren Lauf… Ich darf die (für mich) hottest tour on earth begleiten und sprach mit Gitarrist Bernd über das Unternehmen REKKORDER GOES MALI 2018. Lest selbst...

Totti: Hi Bernd, ich bin schon sehr aufgeregt, sehr gespannt was kommt, was mich erwartet…das wird ein Abenteuer. Wie siehst Du das? Lass uns besser vorn anfangen, wer ist aktuell bei Rekkorder aktiv?

Bernd: Hi Totti… Singen tut nach wie vor Nina, Antonio ist am Bass, Niclas an den Drums und Nils und ich an den Gitarren.

Totti: Ist „Breaking Silence“ das 1. und einzige Album?

Bernd: Ja, doch wir arbeiten seit geraumer Zeit an neuen Songs. Es gibt auch schon einige, die wir bereits vorproduziert haben, aber da sind noch die Drums und der Bass von den Vorgängern drauf. Das gehen wir an, wenn wir aus Mali zurück kommen. Es ist noch genug zu tun. Es gibt zig bereits aufgenommene Ideen, usw…Veröffentlichung ist nächstes Jahr angepeilt, aber wohl erst in der 2. Jahreshälfte.

Totti: Wie kam es eigentlich zu der Idee, nach Mali zu fliegen um dort mal für ein bißchen Abwechslung zu sorgen?

Bernd: Darum hat sich das Management gekümmert. Wir sind ja im letzten Jahr bereits dort gewesen doch am Tag unserer Ankunft, ist ja ein Hubschrauber aus technischen Gründen abgestürzt, 2 Piloten tot und ein Rockkonzert dazu, passt nicht wirklich zusammen. Das haben wir natürlich verstanden und so fiel der Gig aus. Unverrichteter Dinge verließen wir dann 4 Tage später wieder Mali.

Totti: Schade.

Bernd: Kurz danach kam ein Anruf, ob wir uns vorstellen können, dass 2018 nochmal zu machen, und da haben wir natürlich sofort JA gesagt. Und nun geht es los, für ´ne gute Woche. Wir werden dieses Mal auch an 2 Standorten spielen, in einem internationalen Camp im Süden und in einem Camp im Norden des Landes.

Totti: Gibt es in jedem Camp nur einen Gig?

Bernd: Im Süden ist es tatsächlich nur 1 Gig, im Norden sind es 2 Gigs die wir spielen. Einen etwas kleineren Indoor-Gig und später etwas Größeres „Open-Air“, natürlich in diesem Camp. Wir werden sehen, wie das vor Ort aussieht…

Totti: Sind das die bisherigen einzigen Auslandserfahrungen mit Band die ihr gemacht habt, bzw. noch machen werdet?

Bernd: Ja, bisher ja. Aber wir arbeiten dran, dass sich das ändert. Das Management versucht uns natürlich im nahegelegenen Ausland unterzubringen, doch ist das letztendlich auch immer eine Kostenfrage.

Totti: Ihr seid bereits vor Ort gewesen…und ich stelle mir das irgendwas spannend, aufregend aber auch irgendwie beängstigend und beklemmend vor. Doch meine Aufregung überwiegt bisher alles. Zumal ich auch noch nicht in Mali war...

Bernd: Also beklemmend fand ich es nicht…nur sehr heiß, hahaha…besonders im wüstenmäßigen Süden des Landes sind nun mal durchschnittlich 40°C tagsüber, also noch etwas wärmer als hier die Tage… Man kommt mit der Hitze aber relativ gut klar, weil es auch sehr trocken ist und das für uns hergerichtete Bandzelt, wurde auch gut klimatisiert, so dass wir auch alle recht gut dort nachts geschlafen haben. Was auch sehr interessant war: der Austausch mit dort stationierten oder durchfahrenden Soldaten. Informationen aus 1. Hand vor Ort, wie die Leute da so drauf sind, wie sie über die eine und andere erlebte Situation denken. Auch wenn wir im letzten Jahr nicht spielen konnten, war es ein lohnenswerter Blick in eine Welt, die man so als Zivilist, nie kennenlernen wird. Wir sind dort aus meiner Sicht, gut aufgenommen worden und haben uns auch sicher gefühlt. Man kam mit Einigen ins Gespräch, andere waren eher verschlossen, aber jeder Mensch ist ja auch anders drauf.

Totti: Um nochmal auf die nächtliche Situation zu kommen: da stehen in diesen Zelten tatsächlich Klimageräte?

Bernd: Ja. Es kühlt auch nicht stark ab, aber es ist auch nicht brutal heiß. Und auch sonst gab es nix zu meckern. Es gab Feldbetten, auf denen Matratzen lagen und leichtes Bettzeug. Und alle von uns haben gesagt, dass sie lange nicht mehr so gut geschlafen haben.

Totti: Wie sieht es denn so mit den Annehmlichkeiten in der Wüste aus, gibt es zum Beispiel WLan oder ähnliches?

Bernd: Theoretisch ja, praktisch hatten wir aber Probleme, weil unser Aufenthalt in diesem Transitcamp nicht geplant war, wir aber wg. dem Absturz nicht weg kamen. Wir fanden letztendlich eine günstige Lösung mit holländischen Einheiten… Im nördlichen Camp besteht eine bessere Telekommunikationsstruktur. Ich habe bereits mit denen gemailt und telefoniert und von der Qualität war das schon „Ortsgespräch“, das war wirklich schon sehr gut.

Totti: Du sagtest eben, „holländische Einheiten“...

Bernd: Ja. Wie gesagt, wir „strandeten“ in diesem Transitcamp, unweit des Flughafens…und sollten ja ursprünglich weiter, was ja abgesagt wurde. Auch diesmal geht es zuerst im Süden in dieses internationale Camp, in dem europäische Einheiten, aber auch amerikanische Einheiten unterwegs sind. Es ist eine UN Mission, daher die internationale Beteiligung.

Totti: Gibt es Ärger, wenn ich das jetzt so alles aufschreibe???

Bernd: Hahaha…Nein, keine Angst. Wir plaudern hier nicht über irgendwelche, uns sowieso nicht bekannten Interna…alles kann offiziell im Internet nachgelesen werden.

Totti: Wie sieht euer Programm für die Damen und Herren in der Wüste aus, gibt es Besonderheiten in der Setlist?

Bernd: Eigentlich haben wir unser „Festival-Set“ im Gepäck…wir wollten noch ein paar Coversongs dazu packen, haben es aber aus allen Gründen der Welt nur auf einen gebracht. Ein Song wird dabei sein, der schon auf dem Debüt landen sollte, doch unser voriger Drummer nicht mehr geschafft hat, einzuspielen. Nun landet er etwas überarbeitet auf dem kommenden Album.

Totti: Wie angefixt ist eigentlich die Band auf die Gigs in Mali, gab es auch kritische Töne oder waren alle sofort Feuer und Flamme wie ich?

Bernd: Anfangs gab es schon ein wenig Bedenken, die aber beseitigt werden konnten. Man muss es ja auch mal so sehen: so eine Geschichte wird den meisten Menschen gar nicht angeboten und das ist einfach was besonderes! Etwas spannendes. Muss man sich überlegen, ob man im Leben was spannendes tun will oder chillig auf der Couch „Bauer sucht Frau“ gucken will…in der Band haben alle Bock auf spannende Geschichten.

Totti: Es gibt ja ´ne Menge Tagesfreizeit in diesem Camp, was man nicht verlassen darf. Was tut man in der Zeit?

Bernd: Akustikgitarre greifen, lesen,…aber wieviel Freizeit bleibt, müssen wir erstmal sehen, denn wir müssen ja unseren Kram auch noch aufbauen, das kostet auch ein wenig Zeit…wir wollen ein bißchen mit „Go-Pros“ filmen und müssen mal gucken, wo man die Kameras so überall befestigen kann…ein bißchen Fotoshooting…ich denke, langweilig wird uns nicht werden, wir kriegen die Zeit da schon rum.

Totti: Die Spannung und Aufregung steigt von Tag zu Tag in mir…

Bernd: Im letzten Jahr hat es allen gut gefallen, und das schweißt auch so´n bißchen zusammen. Man ist ja recht intensiv ein paar Tage zusammen und die Kontakte entwickelten sich in der Zeit prächtig. So eine Aktion bringt auf jeden Fall was! Irgendwie eine Mischung aus Abenteuer- und Klassenfahrt und als 1. Ansprechpartner vor Ort, fühle ich mich ein bißchen wie der Lehrer, hahaha…

Totti: Zum Glück sind meine Flegeljahre rum, hehe… Wie läuft das mit der täglichen Hygiene?

Bernd: Es gibt natürlich Duschen, usw….ist ein bißchen wie Festival, aber alles im erträglichen Stil.

Totti: Wieviele nicht angenehme Krabbeltierbegegnungen gab es denn?

Bernd: Bestimmt wird es welche geben und man denkt ja auch an Skorpione, wenn man Wüste hört…aber es sind halt auch viele Menschen unterwegs und die Tiere bleiben dem ja eigentlich lieber fern. Es ist auch sehr trocken dort, ich denke, in den feucht-wärmeren Gebieten, gibt es mehr davon zu sehen, aber wir hatten unsere Ruhe. Was aber noch wichtig zu erwähnen ist: in den Camps herrscht absolutes Alkoholverbot!

Totti: Das klingt für mich nur logisch und stört mich kein bißchen…

Bernd: Naja, ist nicht schön, bei dem Wetter habe ich auch mal ein bißchen Bierdurst, hahaha…werde mir das aber auch problemlos mal die Woche verkneifen können. Ich kann das auch voll und ganz verstehen. Die Camps sind bewacht, da laufen sehr viele Menschen mit scharfen Waffen rum…da passt Alkohol einfach nicht dazu! Wegen Suff, sollte einfach nichts passieren, das ist sehr gut so! Die Sicherheit hat da wirklich die höchste Priorität. Und sollte sich in letzter Sekunde irgendwas negatives in dem Camp, bzw. auch in der Nähe ereignen, wird diese Aktion in der selben Sekunde auch gnadenlos gecancelt. Niemand will ein Desaster riskieren!

Totti: Was steht denn sonst noch bei Euch in diesem Jahr so an?

Bernd: Bis jetzt nix festes, vielleicht im Herbst noch ein paar Gigs…doch eigentlich liegt der Fokus klar auf den Arbeiten zum kommenden Album. Außerdem müssen wir unbedingt gegen ein sehr großes Manko arbeiten: wir haben noch kein einziges Musikvideo! Ist halt Mist, wenn jemand mal fix bei Youtube gucken will, wer oder was Rekkorder sind…und kein vernünftiger Clip am Start ist. Seit Jahren reden wir von, haben auch mal was angefangen, dann hat sich die Besetzung geändert und wir konnten die Aufnahmen in die Tonne treten…

Totti: Ein Clip für ´nen neuen Song?

Bernd: Ich denke, es macht mehr Sinn, wenn wir einen bereits bekannten Song dafür nehmen.

Totti: Ich bedanke mich. Ich fühle mich jetzt noch sicherer und freue mich sehr, wenn es dann am kommenden Montag endlich losgeht.

Text: Thorsten Jünemann

Göttinger TageblattKonzert Review

Rock unterm Hünstollen hat am Sonnabend Musikliebhaber nach Holzerode gelockt. Rund 350 Besucher zählte Ulrike Ronge, die das Festival gemeinsam mit ihrer Familie zum achten Mal organisiert hat. Der Erlös wird an den Häuslichen Kinderkrankenpflegedienst Kimbu gespendet.

Die Band „rekkorder“ aus Hamburg heizte den Rockfans am frühen Abend mächtig ein. Und das Publikum rockte mit. „Mich hat erstaunt und gefreut wie vielen Kindern unsere Musik gefallen hat“, sagte „rekkorder“-Sängerin Nina Lucia Medina nach dem Auftritt. „Was mich motiviert, hier mitzumachen, ist die Leidenschaft für Musik und das Erschaffen von etwas, das einen wahrscheinlich überdauert“, sagte „rekkorder“-Gitarrist Bernd Bloedorn. Bevor die Gruppe wieder nach Hamburg aufbrach, feierten sie noch auf dem Festival mit.

...

Text: Katharina Meyer

Break OutArtikel

Wir hatten darüber berichtet, dass die Hamburger Band rekkorder Ende Juli im afrikanischen Staat Mali ein paar Shows für die dort stationierten UN-Friedenstruppen spielen sollen als kleines Dankeschön an die Soldaten für deren extrem gefährliche Mission.

Die Formation befand sich samt Equipment schon vor Ort, als der tragische Absturz des Bundeswehrhubschraubers mit zwei toten Soldaten passierte. Aus Respekt den Verstorbenen gegenüber, und da logischerweise alle Konzentration der Verantwortlichen vor Ort auf die Aufklärung des Unglücks ausgerichtet gewesen ist, wurden die rekkorder-Gigs abgesagt.

Alle Reisenden sind wohlbehalten in der Heimat zurück und haben trotz der ausgefallenen Shows etliche Reise-Pics und sicherlich viele Erinnerungen an diesen Trip.

oberirr.deAlbum Review

Es ergab sich eines Tages, da fand ich eine CD in meinem Postfach vor. Und als ich diese CD in den Player legte, schalte mir erstmal ein tiefes, leidenschaftliches „Hello“ entgegen. Nun dann: Hallo rekkorder in unserer Review-Sektion. :)

Während die ersten Minuten von Hello so durch mein Ohr wandern, wippt mein Fuß bereits unbewusst mit. Allerdings deutet meine rechte Augenbraue an, dass Melodie und Gesang noch nicht so ganz aufeinander abgestimmt sind.

Der zweiten Titel The Right Way weisen dann auch schon durch die einsetzenden schnellen Gitarrenriffs sprichwörtlich den rechten Weg, da sich dadurch ein Gefühl von Kraft und Weite einstellt, was sich dann wie ein roter Faden durch das Album zieht.

Zu Locked transformiert sich die Stimme von Sängerin Nina Luca Medina Munoz dann plötzlich zu einem Vamp und die Instrumente von Bernd Bloedorn, Daniel Petri und Tobias & Johannes Buchwald folgen ihr mit der passenden Dynamik nach.

Und die Kolumbianerin kann noch mehr! Bei Leave treibt sie die Lyrics so richtig vor sich her; ja rappt sie beinahe, um dann kurz das Tempo rauszunehmen, bevor sie wieder so richtig schön inbrünstig wird. Und das gleiche Spiel erfolgt von Gitarre und Bass. Ganz großes Kino!

Und wenn man dann Nephilim noch gehört hat, bekommt man auch so eine Ahnung warum die Band ihre Einflüsse bei Foo Fighters und Rage Against The Machine sieht. Und natürlich haben auch wahrlich epische Stücke ihren Platz auf Breaking Silence, denke ich hier nur an Save What's Left oder Public Enemy.

Das wirklich Interessante bei rekkorder ist jedoch nicht nur die breite Palette in der Titelauswahl, sondern die Wandlungsfähigkeit innerhalb jedes einzelnen Songs selber. Das kann man schwer beschreiben, das muss man hören! Und das könnt ihr unter www.rekkorder.de/audio - feine Sache. :) Allerdings habt ihr hier noch nicht die "Musik zum Anfassen" - sprich das wirklich schön gestaltete Album inklusive Booklet, was natürlich echt was her macht. Daher sprechen wir hier eine klare Kaufempfehlung aus.

Fazit:

Ich weiß es ist höchst unwahrscheinlich, dass diese Zeilen jemand von der Filmindustrie liest, aber falls doch: Liebe Medienmitarbeiter: Wenn ihr auf der Suche nach einem Soundtrack für die nächst Hawaii Five-O Staffel seid oder für den nächsten Silent Hill Videospielepos – ich verweise hier dezent mal auf das Stück October - dann hört bei Breacking Silence rein! Mich würde es schwer wundern, wenn ihr hier nicht fündig werden solltet. Denn als Soundtrack für das Leben eignet sich diese Scheibe schon mal hervorragend.

Text: Ginger Chan

Break OutArtikel

Der afrikanische Staat Mali gilt nicht unbedingt als Nabel der Rock'n'Roll Welt.

Ganz im Gegenteil zählt die Gegend vor allem durch islamistische Fanatiker zu den Top-Gefahrenherden. Um die Gewalt wenigstens ansatzweise eindämmen zu können, sind in Mali UN-Friedenstruppen stationiert.

Die Hamburger Truppe rekkorder wird nun Ende Juli nach Mali aufbrechen, um in Timbuktu für die stationierten Kräfte zur Ablenkung ihrer gefährlichen Mission einige Konzerte zu spielen.

Break OutInterview

3 Fragen an rekkorder

Die Hardrock-Landschaft in Deutschland hat sehr viel zu bieten, und wir brauchen uns international wirklich nicht zu verstecken. Als aktuelles Beispiel möchten wir euch rekkorder aus Hamburg vorstellen, die unlängst in „Breaking Silence“ ein tolles Debüt einspielten. Angeführt von der gebürtigen Kolumbianerin Nina Lucia Medina Munoz als Frontfrau lassen es Bernd Bloedorn (Gitarre), Tobias Buchwald (Gitarre), Johannes Buchwald (Baß) und Daniel Petri (Schlagzeug) gehaltvoll krachen. Ihr Hardrock moderner Prägung hat was für sich, und Bernd beantwortet unsere Fragen.

Wie kam es zur Gründung von rekkorder: Könntest du bitte die Bandhistorie in kurzen Worten reflektieren?

„rekkorder entstanden aus meiner vorherigen Band, nachdem diese sich Ende 2014 aufgelöst hatte. Geblieben waren neben mir zwei weitere Mitglieder, die Crew hinter der Band sowie die Infrastruktur mit Studio, Proberaum und so weiter. Zum Glück trafen wir bei unseren Castings dann auf Nina, die uns sofort voll überzeugt hat. Sie hatte zu drei Layouts etwas vorbereitet. Ihre Stimme, ihre Performance und die Intonation waren einfach sensationell. Uns war sofort klar: ‘Die ist es.’ Nina ist ein ganz wesentlicher Teil davon, daß rekkorder auch live so gut funktionieren. Nach einigen Umbesetzungen haben wir dann 2016 eine Reihe erfolgreicher Clubgigs gespielt und Ende 2016 unser Debütalbum ‘Breaking Silence’ veröffentlicht. Der Name rekkorder entstand übrigens während einer Brainstorming-Session. Ich habe bei mir im Studio noch einen alten Kassettenrekorder als Andenken stehen, mit dem ich als Kind Aufnahmen gemacht habe. Ich hatte also schon relativ früh Erfahrungen mit Aufnehmen, also Recording, sammeln können. Daraus wurde dann rekkorder, wobei wir das erste k aus graphischen Gründen ja spiegelverkehrt schreiben.“

Was sind eure Wünsche und Erwartungshaltungen mit dem Erstling „Breaking Silence“?

„Die bisherigen Reaktionen auf das Album sind sehr positiv, und auch live kommen die Songs unheimlich gut an. Wir hoffen, dieses Jahr neben weiteren Clubgigs eine Reihe von Festivals zu spielen. Mittelfristig möchten wir auch im Ausland spielen. Support-Touren wären ebenfalls eine interessante Option.“

Das Mastering in New York, dazu eine wertige Verpackung im Digipack mit einem dicken Booklet: Manche „große“ Veröffentlichung kann da nicht mithalten. Euch scheint das Komplett-Paket sehr wichtig?

„In Zeiten von Spotify und Co. muß man sich als Musiker die Frage stellen, ob die Veröffentlichung einer Platte insbesondere in physischer Form überhaupt noch Sinn macht. Warum soll man sich eine CD kaufen, wenn man die Musik auch für umme streamen kann. Unsere Antwort darauf ist, weil man mit der CD einen Mehrwert hat. Neben der besseren Klangqualität im Vergleich zum Streaming haben wir insbesondere auch Wert auf die Haptik gelegt. Es soll Spaß machen, die CD auszupacken, in die Hand zu nehmen, das Booklet aus dem Schlitz zu ziehen und in den Texten der Songs, die wir alle abgedruckt haben, zu stöbern.

Was das Mastering angeht, wollten wir nicht einfach nur ein lautes Album haben. Da gibt es inzwischen ja komplett automatisierte Lösungen, die dann aber auch entsprechend klingen. Deshalb haben wir uns angeschaut, welche Platten wir richtig gut finden, und wer die gemastert hat. Da tauchte dann immer wieder Scott Hull von Masterdisk in New York auf. Wir haben ihn kontaktiert, ihm unsere Vorstellungen erzählt, und das scheint Scott gefallen zu haben. Letztendlich ist die Musik, die man macht, ja etwas, was einen selber gegebenenfalls überdauert. Und deshalb geben wir uns da auch so wahnsinnig viel Mühe und hören erst dann auf, wenn wir mit dem Ergebnis wirklich zufrieden sind.“

Text: Marco Magin

LegacyAlbum Review

Alternative Wege schlagen die Hamburger Rocker von rekkorder ein. Die Gitarren und deren Melodien stehen dabei zwar stets im Vordergrund, richtig heftig wird es auf dem Debüt der 2015 gegründeten Band dabei aber nie. Vielmehr versucht man, Sängerin Nina Lucia einen ordentlichen Teppich zu liefern, auf dem diese ihre kräftige, charismatische Stimme präsentieren kann.

In Sachen Songwriting geben sich rekkorder freilich auch keine Blöße. Mit abwechslungsreichen Songs hält man Hörer bei Laune. Man bildet quasi die gesamte Palette an Möglichkeiten ab: Mal schneller (‚The Right Way’ oder ‚New Day’), mal etwas getragener (‚Locked’ oder ‚Upside Down’), immer mitreißend. Perfekt setzt man die Spannweite auf dem dynamischen ‚Save Whats Left’ in Szene.

„Breaking Silence“ ist so am Ende ein eigenständiges und spannendes Alternative Rock-Album geworden. Bedenkt man, dass rekkorder erst seit relativ kurzer Zeit zusammen musizieren, darf man sich wahrscheinlich noch auf einiges gefasst machen!

(MAST)

11 Punkte

metalheads.deAlbum Review

Das fertige Werk kommt in einem optisch sehr ansprechenden 6-seitigen Digipack mit 16-seitigem Booklet daher und macht daher bereits beim Auspacken Laune. Die nächste Überraschung: alle Songtexte sind darin zum Mitlesen enthalten, was heutzutage leider eine Seltenheit geworden ist.

Und rekkorder haben einiges zu sagen, wenn man allein die 42 Textzeilen des uns begrüßenden Openers „Hello“ überfliegt. Gut, wir sehen vom Schüttelreim „Time Seems To Dissappear, Cannot See My Beer“ wohlwollend ab. Die übrigen Songtexte sind da wesentlich aussagekräftiger und gehaltvoller. Doch dazu später mehr.

Denn bevor wir von metal-heads.de jetzt durch jeden einzelnen Song hechten, bieten wir Euch die von REKKORDER in deren youtube-Kanal mitgelieferte, zeitsparende Alternative an. Einen Trailer nämlich, in dem sämtliche 12 Tracks zumindest angespielt werden. Voilá, macht euch einen ersten eigenen Eindruck von den Jungs und dem Mädel:...

Jetzt geht´s los. Mit besagtem „Hello“ nämlich. Welches uns nicht nur ordentlich begrüßt, sondern uns zugleich musikalisch echt vom Sonntags-Sofa reißt. Selten in neuester Zeit so einen fein abgemixten und gleichzeitig kraftvollen Alternative-Rock-Sound gehört. Zugegeben, die Stimme der kolumbianischen Sängerin Nina weist anfangs für unseren Redakteur hörbare Parallelen zu ihrer Landsfrau Shakira auf. Sowohl im Opener als auch im nachfolgenden „The Right Way“ nämlich ist Sängerin Nina irgendwie auf der Suche nach ihrer idealen Tonlage zum übrigen Sound.

Nina und Shakira – Hauptsache, Kolumbien

Gefunden haben sich die männlichen Musiker und ihre ausdrucksstarke Sängerin dann aber spätestens beim 3. Track der CD mit dem Titel „Locked“ . Die tiefere Stimmlage passt 1 A und bleibt in den restlichen Songs der insgesamt 46 Spielminuten langen CD zum Glück auch erhalten. Ab hier passt wirklich alles bei rekkorder.

"Locked" ist und bleibt dann auch unser Lieblingsstück. Nicht nur wegen der tricky brakes mitten im Song, sondern weil einfach alles passt. Die Drums spielen unaufgeregt aber hörbar, der Gitarrensound ist brillant und die Stimme von Nina absolut rockröhrentauglich. Dass der Kopf fortwährend im Takt nickt, liegt einfach daran, dass es REKKORDER verstehen, total eingängigen und ohrwurmtauglichen Rock abzuliefern.

Nach "New Wave" lockt der Basslauf im nachfolgenden Song „Leave“ den Hörer in einen brutal-guten Refrain. Unbedingt die Regler an den Boxen laut aufdrehen! Die Textzeile "Open My Eyes" passt irgendwie, denn der Sound klingt hier wie das Lied "Open Your Eyes" der Guano Apes.

Die Flüstertüte setzt Sängerin Nina dann zu Beginn des Lieds "Upside Down" ein. Und genau diese kleinen Elemente der Abwechslung – gepaart mit dem durchgehend saustarken Grundsound in sämtlichen Tracks – machen diese Debut-CD so interessant und hörenswert. Warum der Songtext von „Upside Down“ allerdings gleich zweimal im Booklet abgedruckt wird, bleibt ein Geheimnis der jungen Hamburger Band.

"Save what´s left"beginnt langsam und leise, entwickelt sich dann aber fast punkig und dreht sich inhaltlich – wie eigentlich in sämtlichen Stücken – wieder um die Gefühlswelt.

Mit dem letzten Drittel an Songs, im Einzelnen den Stücken "Nephilim" mit seinem groovigen Beat im Refrain, "Sound Of Light" mit dem alternative-hardcore-artigen Riffs, dem sphärisch-brutalen und mit Sprechgesang variierendem „Heat“ und dem abschließenden "Public Enemy" mit zartem Grindcoregesang im Hintergrund endet die Scheibe "Breaking Silence" ungewöhnlich laut. Ein weiterer Pluspunkt von REKKORDER, die es verstehen, gleich mit der Debut-CD aufzufallen. Andere Bands bauen zum Ende der Songauswahl doch häufig ab, die Hamburger steigern sich noch.

Fazit

Ein starkes Debut. Und zugebenermaßen höchst professionell vom ersten bis zum letzten Ton eingespielt, gemixt und gemastert. Wie eingangs erwähnt, bietet das Hamburger Quintett einen ausgefeilten Sound, solidesten Rock mit durchgängigem Ohrwurmcharakter und die aktuell sehr beliebte Symbiose des „female fronted“ Rocks. Wir von metal-heads.de sind auf die Live-Qualitäten der Band gespannt und hoffen auf ein baldiges erstes Kennenlernen.

von Ralfi Ralf

thereviewer.chAlbum Review

rekkorder steigen direkt aus der Asche der 90s empor. Denn das Quintett aus Hamburg startet bereits mit seinem Debütalbum ein zünftiges, musikalisches Feuerwerk in alternativen Gewässern.

Insbesondere bei zwei Gitarristen (Bernd Bloedorn und Tobias Buchwald) fackeln die krachenden Songs nicht lange herum, wollen erst gar nicht in die Versuchung gelangen, eine langweilige Rocktruppe darzustellen, wenn zudem die Rhythmus-Sektion (Bassist Johannes Buchwald und Drummer Daniel Petri) den Pfad längst geebnet hat.

Mit Songs, die die alte verflossene Freundin wieder zurückerobern. Mit Songs, die den gerade kennengelernten jungen Freund sogar in den Bann ziehen. Vor allem mit dem Hit-Aspiranten ´Hello´, der von ihrer außergewöhnlichen Sängerin Nina Lucia Medina Muñoz mehr als großartig getragen wird. Gerade die Stimme der kolumbianischer Frontlady zieht jeden in den Bann. Erst recht, wenn sie die knackigen Lieder bisweilen mit kurzen spanischen und einmal sogar deutschen Texten nicht nur füttert, sondern damit schmückt.

Zwar kann nicht bei jedem Song auf ´Breaking Silence´ von einem Hit gesprochen werden, dennoch können die nicht unerfahrenen Musiker das Werk ohne irgend einen Ausfall beschließen. Respekt.

Rob (Bert) Hall

streetclip.TVAlbum Review

Mit dem rasanten Einstieg „Hello“ begrüssen die Hamburger Newcomer rekkkorder seine Hörerschaft lautstark. Damit durchbrechen sie aber, wie etwa der Albumname ihres Debüts „Breaking Silence“ vorgibt, nicht nur die Stille. Nein! Aus tiefster Inbrunst schleudert mir die Truppe treibende Riffs entgegen, auf deren Flow ich sogleich aufspringe, um in den musikalischen Wellen zu reiten. REKKORDER mobilisieren das ganze Aufgebot an starken Songideen, damit sie ein Album abliefern können, das sich länger im Erinnerungsvermögen festzusetzen vermag.

Ziel definitiv erreicht, würde ich meinen, denn mit „Breaking Silence“ schaffen sie einen alternativen Spagat zwischen langanhaltender Eingängigkeit zum Einen, versorgen aber zum Anderen die Botenstoffe im Gehirn mit vielerlei Eigenheiten und hängen damit den allzu kommerziellen Zug immer schön knapp ab. Man merkt auf jeden Fall, die Truppe will sich treu bleiben.

Radiotauglich sind die Songs aber irgendwie trotzdem. Mit ihrer Mischung aus fetten Gitarrenverzerrungen, rockigen- und den teilweise ganz hauchdünnen funkigen Ansätzen, über all dem Sängerin Nina Lucia mit ihrem kräftigen, recht ernstem Gesangsorgan stets wacht, würde „Breaking Silence“ mit Sicherheit sehr gut bei so manchen Radiostationen anlaufen.

(Text by Pink)

Metal GloryAlbum Review

Alternative Rock aus Hamburg steht diesmal auf der Speisekarte. Female fronted um genau zu sein. Assoziationen zu Bands wie Evanescence oder Guano Apes kommen einem da zwangsläufig in den Sinn, wobei man damit dem Ganzen auch gar nicht so verkehrt gegenüber steht, denn die junge Band spielt durchaus bereits in dieser Liga mit. Zwar füllt sie keine großen Hallen, doch gemessen an ihrem absolut beeindruckenden Songwriting müsste sie das eigentlich.

Für den Anfang sind das erstmal starke Worte, denen aber auch Begründungen folgen sollen. Ich persönlich bin kein großer Freund von alternativen Rocksounds und bin trotzdem völlig begeistert. Will das nun etwas bedeuten? Wohl kaum, spiegelt dennoch die Klasse der Band wider, die sich hier bereits mit dem Debüt-Album dermaßen aus dem Fenster lehnt, dass man ihr eigentlich nur eine glänzende Karriere voraussagen kann. Frontfrau Nina Lucia mit ihren kolumbianischen Wurzeln schafft es mühelos in der Liga von Sandra Nasic und Amy Lee mitzuspielen und das trotz des augenscheinlich jungen Alters. Respekt! Aber auch das Songwriting kann im internationalen Vergleich absolut mithalten und braucht sich nicht hinter Hamburger Spießbürgerlichkeit zu verstecken. Ich lobe selten junge und frische Bands dermaßen über den grünen Klee. Aber hier hat sich meiner Meinung nach eine Nachwuchsband auf den Weg gemacht, den Olymp des Alternative Rock (oder Metal?) zu erklimmen. Holt euch das Teil über die bandeigene Homepage und lasst euch überraschen!

Fazit: Was für ein Debüt!

(Christoph)

NeckbreakerAlbum Review

Als Typ fürs Grobe schrecke ich immer etwas vor zuviel Melodie zurück. Jedoch bin ich gerne jeder Form von guter Musik offen, und wenn mir dann noch ein Exil-Saarländer seine aktuelle Band vorstellt, werde ich erst recht hellhörig. REKKORDER aus Hamburg sind eine recht junge Band, deren Mitglieder aber schon reichlich Erfahrung in anderen Bands sammeln konnten, und das hört man auch. Ihr Debütalbum "Breaking Silence" macht nun kein langwieriges Federlesen, sondern hebt auf direktem Wege die Vorzüge dieser Combo hervor.

Female fronted klingt ja in erster Linie schon mal interessant, denn irgendwie macht diese Tatsache eine Veröffentlichung neugieriger, aber auch kritischer alleine dadurch, dass die Männerwelt den Mikrofonposten viel zu oft einnimmt. Die Stimme der aus Kolumbien stammenden Nina kann allerdings schon vorneweg punkten, denn hier erkennt man sowohl eine stimmliche Begabung als auch ein Talent, ein Album mit zwölf Titeln abwechslungsreich und eindrucksvoll zu besingen. Neben der guten Stimme gibt es auch noch die klassische Rock-Metal-Besetzung, die das Dutzend an Songs ebenso abwechslungsreich und souverän vertonen.

Der Grad an Professionalität liegt dabei ebenso hoch wie das Hitpotential der Band. REKKORDER gelingt es, gleich mehrere solche Hits auf dem ersten Album zu haben, die zwar allesamt im erweiterten Alternativrock angesiedelt sind, aber dennoch jeder für sich seine Besonderheiten und Highlights hat. Ob melodiös, düster, hart-unterkühlt oder auch groove-orientiert, hier scheint jeder Folgeschritt wohl überlegt. Die zusätzlich eingespielten Sounds und instrumentalen Effekte geben den Liedern den letzten Schliff und machen das Gesamtpaket "Breaking Silence" zu etwas Besonderem, das nicht nur Fans speziell solcher Musik begeistern kann. Ich stelle hier nun auch keine Vergleiche an, denn selbst wenn die stilstischen Mittel nicht gänzlich unbekannt sind, so tue ich mir in diesem Areal doch schwer, Verbindungen zu knüpfen.

Ein durchaus beeindruckendes und überdurchschnittliches Debütalbum, dem man den fortgeschrittenen Status der Protagonisten deutlich anmerkt. REKKORDER ist eine Band, die man sowohl auf Konserve als auch live gut genießen kann, auch wenn mir das letztens krankheitsbedingt leider verwehrt blieb. Aber vor allem Radiostationen sollten diese Musik fördern und spielen, dann würde man das Gerät auch öfters mal einschalten oder eingeschaltet lassen.

(Jochen)